Von der Druckgraphik zum Kachelrelief – Monatsdarstellungen nach Jost Amman auf südwestdeutschen Ofenkacheln des 16. und 17. Jahrhunderts*

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Fast jeder spätmittelalterliche oder frühneuzeitliche Fundkomplex in Südwestdeutschland enthält Ofenkacheln. Ob aus Stadtgrabungen, Klöstern, Burgen oder Dörfern — in jedem Fall ist die Fundmenge an Ofenkeramik enorm und macht die Beschäftigung mit ihr notwendig. Allmählich wird deutlich, wie sich Kachel- und Ofenformen entwickelt haben und über welche Kunstfertigkeit die Hafnerwerkstätten verfügten. Der Ofen bildete vor allem im Winter als Wärmequelle den Mittelpunkt des häuslichen Lebens. Die Motive auf den Kacheln stellen ein auf die Bewohner zugeschnittenes Bildprogramm dar. Die Bildthemen wurden in eine eigenständige architektonische Gesamtheit eingebunden. Ähnliches läßt sich auch auf Möbeln und anderen Ausstattungsteilen beobachten. Die Beschäftigung mit den Bildthemen gewährt Einblick in die Vorstellungswelt vergangener Zeiten. Mit Hilfe übereinstimmender Reliefs können trotz lückenhafter Überlieferung Aussagen zu Handelsbeziehungen gemacht werden.

Zur Gestaltung der Kacheln verwendete man in der Renaissance rein ornamentale Dekore, aber auch mehrteilige Figurenserien. Neben vierteiligen Serien mit den Elementen, Evangelisten und Jahreszeiten gab es weit umfangreichere Serien, wie die Folge der sieben Tugenden, der zehn Lebensalter oder der zwölf Apostel. Häufig lassen sich graphische Vorlagen für die Kachelreliefs finden. Drucktechniken wie Holzschnitt, Kupferstich oder Radierung führten zu einer schnellen Umsetzung und Verbreitung moderner Formen und Bilddeen. Die Motivübernahme beschränkte sich nicht auf die Hafner, sondern war in allen Bereichen des Kunsthandwerks üblich. Auch Bildhauer und Bildschnitzer bezogen viele ihrer Ideen von den graphischen Vorlagen. Bei der Umsetzung einer Druckgraphik in ein Kachelrelief stellte ein Bildschnitzer nach der Vorlage ein erhabenes Relief, die Patrize, her. Von dieser machte man Abdrücke in Ton und erhielt so eine Reihe identischer Kachelmodel. Die Model dienten dann in den Hafnereien zum Ausformen des Kachelblattes. Einer der ersten häufig rezipierten Künstler war der Monogrammist E. S. Nach seinen Vorlagen wurde beispielsweise einer der prächtigsten Öfen überhaupt, der im Jahre 1501 errichtete Ofen auf der Festung Hohensalzburg, gestaltet. In der Renaissance wird die Ausbildung eines Reliefs nach einer graphischen Vorlage fast schon die Regel. Die Motivübernahme läßt: sich jedoch nicht nur für die figürlichen und szenischen Darstellungen der Innenfelder, sondern auch für die ornamentalen Versatzstücke der Rahmengestaltung nachweisen. Ein Großteil der Druckgraphik dürfte von Anfang an als Vorlagen für Künstler, Illustratoren und Handwerker geschaffen worden sein. Spätestens seit der Renaissance entwickelte sich die Herstellung solcher Blätter zu einem einträglichen Erwerbszweig, in dem eine Vielzahl von Künstlern, besonders in Nürnberg, tätig waren.

So fertigte Jost Amman (1539—1591) eigens zu diesem Zweck das 1599 posthum herausgegebene „Kunstbüchlin”. Der Weg von der graphischen Vorlage über die Patrize zum Model und schließlich zur Ofenkachel läßt sich anhand der Monatsdarstellungen nach Jost Amman beispielhaft nachzeichnen. Die Monatsallegorien gehen zurück auf Radierungen von Jost Amman, die vom Goldschmied Stefan Hermann in Ansbach als lose Blattfolge herausgegeben wurden. Auf dem Monatsbild Dezember findet sich rechts unten die Datierung 1588 und die Initialen IA.


 

Serie der zwölf Monate: Januar (1)

Radierung von Jost Amman, Nürnberg, ediert von Stefan Hermann in Ansbach, 1588

Serie der zwölf Monate: Februar (2)

Radierung von Jost Amman, Nürnberg, ediert von Stefan Hermann in Ansbach, 1588

Serie der zwölf Monate: März (3)

Radierung von Jost Amman, Nürnberg, ediert von Stefan Hermann in Ansbach, 1588

Serie der zwölf Monate: April (4)

Radierung von Jost Amman, Nürnberg, ediert von Stefan Hermann in Ansbach, 1588

Serie der zwölf Monate: Mai (5)

Radierung von Jost Amman, Nürnberg, ediert von Stefan Hermann in Ansbach, 1588

Serie der zwölf Monate: Juni (6)

Radierung von Jost Amman, Nürnberg, ediert von Stefan Hermann in Ansbach, 1588

Serie der zwölf Monate: Juli (7)

Radierung von Jost Amman, Nürnberg, ediert von Stefan Hermann in Ansbach, 1588

Serie der zwölf Monate: August (8)

Radierung von Jost Amman, Nürnberg, ediert von Stefan Hermann in Ansbach, 1588

Serie der zwölf Monate: September (9)

Radierung von Jost Amman, Nürnberg, ediert von Stefan Hermann in Ansbach, 1588

Serie der zwölf Monate: Oktober (10)

Radierung von Jost Amman, Nürnberg, ediert von Stefan Hermann in Ansbach, 1588

Serie der zwölf Monate: November (11)

Radierung von Jost Amman, Nürnberg, ediert von Stefan Hermann in Ansbach, 1588

Serie der zwölf Monate: Dezember (12)

Radierung von Jost Amman, Nürnberg, ediert von Stefan Hermann in Ansbach, 1588


Jost Amman gehörte zu den produktivsten Illustratoren seiner Zeit. Im Jahre 1561 siedelte er von seiner Geburtsstadt Zürich nach Nürnberg über. Der gelernte Glasmaler gestaltete Scheibenrisse — Vorzeichnungen für Farbfenster – und entwarf Goldschmiedearbeiten. Daneben haben sich aus seinem Werk zahlreiche Zeichnungen, Holzschnitte und Kupferstiche erhalten, die mit ihren biblischen, historischen oder allegorischen Inhalten in der Regel als Buch Illustrationen dienten. Aufgrund seines Werkes, das sich durchweg auf kleinformatige Entwurfsarbeiten beschränkt, wird Amman dem Kreis der Nürnberger Kleinmeister zugerechnet. Von Amman stammt das schon erwähnte „Kunstbüchlin”, ein Ständebuch mit verschiedenen Berufsdarstellungen, sowie mehrere Tracht- und Wappenbücher.

Die Monatsdarstellungen mit Szenen aus dem ländlichen Leben sind auf den ersten Blick außerordentlich wirklichkeitsnahe gebildet. Als Beispiel sei auf die Verkörperung des Monats Juni verwiesen. Sie zeigt einen Schäfer, der einen mannshohen Schäferstock und eine Tragetasche mit sich führt. Zu seinen Füßen ruht ein Schaf. In der Rechten hält der Schäfer eine große Schere. Damit spielt er auf die typische Landarbeit im Monat Juni, die Schafschur, an. Paßt der Hut noch zur Ausstattung eines Schäfers, so wirken die weiteren Kleidungsteile, wie der lederne Brustpanzer und die Sandalen mit Wadenzier, für diesen Berufsstand unpassend. Sie sind der Rüstung antiker Feldherren nachempfunden. Damit setzt sich die Figur bewußt von der Darstellung eines zeitgenössischen Schäfers ab. Den zuerst angeführten Gegenständen kommt lediglich die Rolle von Attributen zu, welche die Figur als Monatsallegorie kennzeichnen

Die Monatsdarstellungen von Jost Amman wurden schon kurz nach ihrem Erscheinen als Vorlagen für Goldschmiedearbeiten verwendet, unter anderem bei zwei um 1590 gefertigten Kredenzen des Augsburger Goldschmiedes Paul Hübner. Die Monatsfolge fand ihren Niederschlag bald auch auf der Ofenkeramik. Ein in München erhaltenes Model mit der Allegorie des Septembers ist auf das Jahr 1605 datiert. In Südwestdeutschland wurden die Radierungen in erster Linie für drei unterschiedliche Kachelserien verwendet: Für die „kleine Serie” – Typ 1 (18,0 x 18,0 cm, Innenfeldhöhe 12,5 cm), für die „große Serie” – Typ 3 (25,5 x 22,5 cm, Innenfeldhöhe 17,0 cm) und für die „frühbarocke Serie” – Typ 4 (43,5 x 32 cm). Die Rahmenarchitektur der großen Serie weist im Gegensatz zur kleinen Serie statt Tragefiguren einen mehrfach gestaffelten Pfeiler auf, dessen Vorderseite mit Vasendekor besetzt ist. Die frühbarocke Serie unterscheidet sich von den beiden renaissancezeitlichen Vorgängern durch die Rücknahme der Rahmenarchitektur und die Ergänzung des Bildprogramms mit Tierkreiszeichen.

Bei der kleinen und großen Serie setzen sich die Außenkanten des Innenfeldes durch einen leicht vorstehenden (Grat vom Rahmen ab. Der Grat erlaubt Rückschlüsse auf die Fertigungstechnik der Kacheln. Hinweise ergeben sich bislang ausschließlich für die große Serie. Ein an den Graten stark abgearbeitetes Model dieser Serie aus Sinsheim weist im Bereich des Innenfeldes eine Aussparung auf. Der Hafner konnte damit bei gleichbleibendem Architekturrahmen verschiedene Innenfelder mit dem Rahmen kombinieren. Am Übergang vom Rahmen zum Innenfeld läuft das Rahmenmodel nach hinten schräg zur Mitte zu. Damit wollte man vermeiden, daß sich das Innenfeld während des Abformvorgangs verschob oder gar ausbrach. Nach dem Einsetzen des Innenfeldmodels in das Rahmenmodel wurde die Kachel in einem Arbeitsgang ausgeformt. Vom zweiteiligen Model zeugte später nur noch der vorstehende schmale Grat zwischen Innenfeld und Rahmen, der je nach Abnutzung des Negativs verschieden stark ausgebildet ist. Aus der Trennung von Rahmen und Innenfeld ergab sich die Möglichkeit, den Rahmen nicht nur für alle Figuren einer Serie, sondern auch für andere Serien zu verwenden. So kombinierte man den Rahmen der großen Serie beispielsweise mit der weit verbreiteten „oberrheinischen Apostelserie”. Dies belegen Fragmente einer [THO]MAS-Darstellung vom Anwesen Färbergasse 13 in Ettlingen.

Eine Ofenkachel aus der großen Serie mit der Darstellung des Monats Oktober zeigt, wie erstaunlich nahe die Reliefs in ihrer Modellierung den graphischen Vorlagen kommen. Die unglasierte Kachel aus Ettlingen war ursprünglich mit Graphit beschichtet. Je nach Feinheit des aufgetragenen Puders nahm die Oberfläche einen blauschwarzen oder silbernen Glanz an. Im Gegensatz zu den glasierten Kacheln zeichnet sich unter dem Graphitüberzug das darunter liegende Relief wesentlich detaillierter ab. Graphitierte oder bräunlich schwarz glasierte Kacheln gehören in der Regel zum Aufsatz der „Kombinationsöfen”, deren unterer Teil aus reliefverzierten Gußeisenplatten besteht.

Fragment einer Blattkachel mit dem Monat August aus der großen Monatsserie nach Amman (Typ 2), graphitiert, Ende 16. Jh., H. 25,4 cm, Br. 23,0 cm, Ettlingen, Albgaumuseum, urspr. Ettlingen, Alte Markthalle, Töpferkeller von 1689Auf der Ettlinger Kachel erkennt man einen Jüngling neben einer Weide und einem Rebstock. Der in sich verdrehte Körper des jungen Mannes wirkt unnatürlich verspannt. Die Körperauffassung und die Angabe des Kontrapostmotivs ist typisch für Personendarstellungen des Manierismus. Dem Zeitgeschmack folgend liegt das Hauptaugenmerk auf der Darstellung der Körperlichkeit. Sie äußert sich in der detaillierten Wiedergabe des Muskelspiels und der Zurücknahme der Kleidung. Diese besteht aus feinem Stoff, der eng am Körper anliegt und ihn weitgehend nachzeichnet. Wie alle Monatsallegorien trägt der junge Mann eine antike Rüstung. Die einhenkelige Kanne in seiner Linken und der kugelige Becher in seiner Rechten weisen ihn als lebensfrohen Zecher aus. Weinreben und Trinkutensilien charakterisieren traditionell den Herbsc. Die Inschrift „… R 10″ auf Kopfhöhe kann mit Hilfe der Oktoberdarstellung auf der graphischen Vorlage als „OCTOBER 10″ ergänzt werden. Der Künstler weist mit der stark zurückgestutzten Weide auf die saisonale Tätigkeit der Bestandspflege an Nutzbäumen hin. Diese Szene findet ihre Entsprechung in den Monaten Februar (Beschneidung der Triebe) und April (Aufpfropfen von Edeltrieben). Bei der Übertragung des Bildmotivs auf das Kachelrelief orientierte sich der Bildschnitzer nicht nur generell an den Vorgaben durch die Radierung, sondern übernahm sowohl ihre Konzeption als auch ihren Bildaufbau bis ins Detail. Bei der Allegorie des Monats Oktober läuft dies auf eine Kopie der graphischen Vorlage hinaus. Selbst kaum wahrnehmbare Details wie die aufgerauhte Wandung des Trinkbechers wurden ins Relief umgesetzt. Als alleinige Beschränkung erwies sich das Bildformat. So mußten im Hüftbereich und am rückansichtigen, linken Arm die teilweise extremen Längungen der Gliedmaßenzurückgenommen werden.

Bei der kleinen und großen Serie setzen sich die Außenkanten des Innenfeldes durch einen leicht vorstehenden (Grat vom Rahmen ab. Der Grat erlaubt Rückschlüsse auf die Fertigungstechnik der Kacheln. Hinweise ergeben sich bislang ausschließlich für die große Serie. Ein an den Graten stark abgearbeitetes Model dieser Serie aus Sinsheim weist im Bereich des Innenfeldes eine Aussparung auf. Der Hafner konnte damit bei gleichbleibendem Architekturrahmen verschiedene Innenfelder mit dem Rahmen kombinieren. Am Übergang vom Rahmen zum Innenfeld läuft das Rahmenmodel nach hinten schräg zur Mitte zu. Damit wollte man vermeiden, daß sich das Innenfeld während des Abformvorgangs verschob oder gar ausbrach. Nach dem Einsetzen des Innenfeldmodels in das Rahmenmodel wurde die Kachel in einem Arbeitsgang ausgeformt. Vom zweiteiligen Model zeugte später nur noch der vorstehende schmale Grat zwischen Innenfeld und Rahmen, der je nach Abnutzung des Negativs verschieden stark ausgebildet ist. Aus der Trennung von Rahmen und Innenfeld ergab sich die Möglichkeit, den Rahmen nicht nur für alle Figuren einer Serie, sondern auch für andere Serien zu verwenden. So kombinierte man den Rahmen der großen Serie beispielsweise mit der weit verbreiteten „oberrheinischen Apostelserie”. Dies belegen Fragmente einer [THO]MAS-Darstellung vom Anwesen Färbergasse 13 in Ettlingen.

Eine Ofenkachel aus der großen Serie mit der Darstellung des Monats Oktober zeigt, wie erstaunlich nahe die Reliefs in ihrer Modellierung den graphischen Vorlagen kommen. Die unglasierte Kachel aus Ettlingen war ursprünglich mit Graphit beschichtet. Je nach Feinheit des aufgetragenen Puders nahm die Oberfläche einen blauschwarzen oder silbernen Glanz an. Im Gegensatz zu den glasierten Kacheln zeichnet sich unter dem Graphitüberzug das darunter liegende Relief wesentlich detaillierter ab. Graphitierte oder bräunlich schwarz glasierte Kacheln gehören in der Regel zum Aufsatz der „Kombinationsöfen”, deren unterer Teil aus reliefverzierten Gußeisenplatten besteht.

Auf der Ettlinger Kachel erkennt man einen Jüngling neben einer Weide und einem Rebstock. Der in sich verdrehte Körper des jungen Mannes wirkt unnatürlich verspannt. Die Körperauffassung und die Angabe des Kontrapostmotivs ist typisch für Personendarstellungen des Manierismus. Dem Zeitgeschmack folgend liegt das Hauptaugenmerk auf der Darstellung der Körperlichkeit. Sie äußert sich in der detaillierten Wiedergabe des Muskelspiels und der Zurücknahme der Kleidung. Diese besteht aus feinem Stoff, der eng am Körper anliegt und ihn weitgehend nachzeichnet. Wie alle Monatsallegorien trägt der junge Mann eine antike Rüstung. Die einhenkelige Kanne in seiner Linken und der kugelige Becher in seiner Rechten weisen ihn als lebensfrohen Zecher aus. Weinreben und Trinkutensilien charakterisieren traditionell den Herbsc. Die Inschrift „… R 10″ auf Kopfhöhe kann mit Hilfe der Oktoberdarstellung auf der graphischen Vorlage als „OCTOBER 10″ ergänzt werden. Der Künstler weist mit der stark zurückgestutzten Weide auf die saisonale Tätigkeit der Bestandspflege an Nutzbäumen hin. Diese Szene findet ihre Entsprechung in den Monaten Februar (Beschneidung der Triebe) und April (Aufpfropfen von Edeltrieben). Bei der Übertragung des Bildmotivs auf das Kachelrelief orientierte sich der Bildschnitzer nicht nur generell an den Vorgaben durch die Radierung, sondern übernahm sowohl ihre Konzeption als auch ihren Bildaufbau bis ins Detail. Bei der Allegorie des Monats Oktober läuft dies auf eine Kopie der graphischen Vorlage hinaus. Selbst kaum wahrnehmbare Details wie die aufgerauhte Wandung des Trinkbechers wurden ins Relief umgesetzt. Als alleinige Beschränkung erwies sich das Bildformat. So mußten im Hüftbereich und am rückansichtigen, linken Arm die teilweise extremen Längungen der Gliedmaßenzurückgenommen werden.

Die Ettlinger Oktoberkachel wurde bei der Untersuchung des Geländes der ehemaligen Markthalle in der Ettlinger Innenstadt geborgen. Sie stammt aus der Verfüllung des Kellers einer Töpferei, die im Zuge des Pfälzischen Erbfolgekrieges im Jahre 1689 niederbrannte. Schmauchspuren und Reste von anhaftendem Ofenlehm auf der Rückseite des Kachelblattes belegen den Einbau des Stückes in einen Ofen. Im Schutt fehlen sowohl Model als auch weitere Kacheln dieser Art mit oder ohne Verrußung auf der Rückseite. Die Monatsallegorie wurde wohl nicht in dieser Werkstatt hergestellt, sondern könnte beim Abtragen eines Altofens geborgen worden sein. Entweder sollte die Kachel dem Hafner für Reparaturen an vergleichbaren, noch stehenden Öfen als Ersatz dienen oder er bewahrte sie wegen ihres außergewöhnlich fein ausgeprägten Reliefs als nachahmenswertes Altstück auf.

Weitere Monatsdarstellungen der großen Serie fanden sich in Durlach und auf Schloß Schramberg. Das erwähnte Rahmenmodelfragment aus dem Heimatmuseum in Sinsheim belegt die regionale Fertigung entsprechender Kacheln. Das Model gelangte als Einzelfund in die Bestände der örtlichen Sammlung. Nach einer nachträglichen Inschrift auf der Rückseite stammt es vom Kirchplatz in Sinsheim. Eine genauere Lokalisierung der zugehörigen Hafnerwerkstätte ist nicht möglich. Die Übereinstimmungen in Details und in den Maßverhältnissen lassen vermuten, daß ein entsprechendes Model auch der Durlacher Kachel zugrunde lag.

Eine grünglasierte Kachel der kleinen Serie wurde in der Wüstung Eichberghöfe bei Emmendingen gefunden. Der Monat Januar wird von einem am Feuer stehenden Mann verkörpert. Der Trinkpokal in seiner Rechten und der Laib Brot unter seinem linken Arm stehen stellvertretend für den Ertrag der ganzjährigen Feldarbeit. Die turbanähnliche Kopfbedeckung läßt es aber auch zu, diese Figur als einen der Heiligen Drei Könige mit seinen Gaben zu interpretieren. Solche Doppeldeutigkeiten sind typisch für die renaissancezeitliche Kunst und lassen sich womöglich auch bei den anderen Monatsdarstellungen finden. Dieser „Januarius” ist nicht quadratisch wie die übrigen Kacheln der kleinen Serie, sondern hochrechteckig; der untere Rand wurde um 2 cm verbreitert. Die Abformungsqualität ist schlecht und läßt viele Details der Darstellung im Unklaren; die Umschrift läßt sich kaum entziffern. Das Fehlen scharfkantiger Grate und Stege spricht ebenfalls dafür, daß es sich bei dieser Kachel um eine Sekundärabformung handelt. Gelangte man nicht in den Besitz des teuren Originalmodels, so scheute man sich nicht, von einem Kachelrelief eine Negativform abzunehmen, um unter erheblichem Grüßen- und Qualitätsverlust Kacheln zu fertigen. Solche Zweitabformungen fanden als bewußte Nacharbeitungen teurer Vorlagen, also als Raubkopien, Verwendung. Andererseits konnte man auf diese Weise auch Ersatz für zerbrochene Kacheln herstellen, ohne einschneidende Eingriffe in die Bildersprache der Ofenwand zu machen. Im Fall der Emmendinger Januarkachel wurde das Motiv durch einen zusätzlichen Steg an das Format der vorhandenen Kacheln angepaßt.

Fragment einer Blattkachel mit dem Monat Mai aus der kleinen Monatsserie nach Amman (Typ 1), grün glasiert, Ende 16. Jh., H. 18,0 cm, Br. 18,0 cm, Ettlingen, Albgaumuseum, urspr. Ettlingen, FärbergasseDie übrigen Monatsdarstellungen der kleinen Serie, wie z. B. die grünglasierte Kachel mit der Allegorie des Monats Mai sind viel schärfer ausgeprägt. Sie stammt aus einer Grube in der Färbergasse 8 aus dem Innenstadtbereich von Ettlingen. Die Grube wurde eindeutig vor dem Pfälzischen Erbfolgekrieg angelegt und mit den Kacheln eines Ofens verfüllt. Die Brandschicht aus dem Jahre 1689 kam erst in der Folge über den mit Steinplatten abgedeckten Befund. Die nach Aussage der Keramik etwa um 1600 im Bereich einer Brandgasse eingetiefte Grube enthielt unter anderem auch die Kachel aus der kleinen Serie der Monatsdarstellungen. Sie wurde als Einzelstück zusammen mit gleichgroßen quadratischen Medaillonkacheln mit ondulierendem Fischblasenmuster gefunden. Die Art der Deponierung legt nahe, daß Kachelöfen nicht nur bei Zerstörung von Häusern in den Abraum gelangten, sondern unmoderne oder schadhafte Öfen auch in ihrer Gesamtheit ausgewechselt wurden.

Der Monatsdarstellungen vom Typ 1 gehören weiterhin Kacheln aus Dieburg, Frankfurt a. M., Hechingen, Kuppenheim und Sinsheim an. Während bei der Serie vom Typ 2 bisher nur die Herbstmonate September, Oktober und November nachzuweisen waren, zeigt sich bei der Serie vom Typ 1 mit Januar, Februar, März, April, Mai und Juni der Schwerpunkt in der ersten Jahreshälfte.

Die in den Früh- und Hochbarock zu setzende Serie der Monatsdarstellungen vom Typ 4 nach Jost Amman besitzt einen einfachen, mehrfach gestuften Rahmen ohne eingestellte Rahmenarchitektur. Zudem entfällt bei den Vertretern der Gruppe aus Eisenach, Kreuzungen, Mengen a. d. Donau, Oberursel und Villingen die inschriftliche Angabe des Monats. Das große Format der Kacheln hat den Formenschneider wohl dazu angeregt, zusätzlich neben die allegorischen Figuren jeweils noch die entsprechenden Tierkreiszeichen zu setzen – ein weiterer Beleg dafür, wie die damalige Bildwelt von Doppel- und Mehrdeutigkeiten geprägt war. Daß entsprechende Reliefs auch noch später in Gebrauch waren, zeigt ein Ofen im Ravensburger Rathaus mit Monatsdarstellungen der frühbarocken Serie. Er wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts von Julius Stöckler aus Waldsee gefertigt.

Verbreitung der Monatsserie nach Amman. Quadrat: Kleine Serie, Dreieck: Große Serie. Karte: J. Jung, Spessart-GISDie Fundorte der großen und kleinen Serie beschränken sich weitgehend auf das Mittelund Oberrheingebiet (Abb. 7). Die frühbarocke Serie zeigt eine Verschiebung des Verbreitungsschwerpunktes hin zur Bodenseeregion. In gründlich untersuchten Regionen, wie im Elsaß und in Heidelberg, konnten keine Kacheln der verschiedenen Serien nachgewiesen werden. Dies spräche dafür, daß nur bestimmte oberrheinische Werkstattkreise über Model nach den Radierungen von Jost Amman verfügten. Für benachbarte Regionen mit sonst ähnlichen Kachelmotiven, wie Österreich und die Schweiz – mit Ausnahme einiger Stücke der frühbarocken Serie im grenznahen Kreuzungen – fehlt bislang der Nachweis einer Aufnahme entsprechender Darstellungen. Im Bayerischen Nationalmuseum gibt es einige wenige Exemplare ungeklärter Herkunft, die aber eine andere Rahmenform besitzen. Auffallend ist, daß sich zumindest für das 16. Jahrhundert trotz der Existenz anderer Vorlagen mit Ausnahme der Kacheln nach den Radierungen von Jost Amman keine weiteren Monatsdarstellungen auf Kacheln nachweisen lassen. Ganz im Gegensatz dazu wurden z.B. Darstellungen der vier Jahreszeiten in zahlreichen Varianten nach verschiedenen niederländischen Vorlagen gefertigt.

Funde von Modeln oder Fehlbränden, die auf eine Produktion der Monatsfolge vor Ort hinweisen, gibt es bislang aus Dieburg für den Typ 1, Alzey [wahrscheinlich Dieburg !] für den Typ 2 und Mengen a. d. Donau für die hochbarocke Serie vom Typ 4. Das Rahmenmodelfragment aus Sinsheim weist auf eine mögliche Werkstatt hin, in der die Serie vom Typ 2 gefertigt wurde. Mit den genannten Orten dürfte allerdings erst ein kleiner Teil der Produktionsstätten erfaßt sein. Eine Vorstellung über die Verbreitung der großen und kleinen Serie vermitteln die Stücke aus Durlach, Ettlingen, Kuppenheim und Sinsheim. Zwischen den vier Städten muß ein reger Austausch von Einzelformen stattgefunden haben, der nachweislich über das an dieser Stelle vorgestellte Formengut hinausging. Auch das Verhandeln von Fertigfabrikaten zwischen den Hafnerbetrieben muß zumindest in dem umrissenen kleinräumigen Rahmen erwogen werden. Da man in dem kleinstädtischen, künstlerisch eher zweitrangigen Bereich kaum von der Fertigung so qualitätvoller Ausformungen ausgehen kann, sollte als dritter Faktor für das übereinstimmende Formengut die Rolle eines zentralen Handelsplatzes — wie die Messe in Frankfurt — nicht außer acht gelassen werden, an dem entsprechend gleichartige Model erworben wurden.

Die Kacheln mit den Monatsdarstellungen wurden bisher nur einzeln oder paarweise gefunden, was bei einer zwölfteiligen Serie verwundern mag. Bislang konnte lediglich für Kuppenheim und Dieburg eint Vergesellschaftung mehrerer Monate belegt werden. Als Zusammenschluß von vier Monaten zu einer Gruppe der Jahreszeiten lassen sich die Befunde nicht interpretieren. Die Monatsbetitelung spricht gegen eine Anordnung der Serie im Sinne der vier Jahreszeiten. Das zur Verfügung stehende Material von insgesamt 29 Ausprägungen ist statistisch noch nicht aussagekräftig genug. Die gesicherten Fundumstände in Ettlingen und Emmendingen-Eichberghöfe belegen, daß Einzelbilder der Monatsserie auch in einen ansonsten ikonographisch abweichenden Bildzusammenhang gestellt werden konnten. In diesen Fällen liegt es nahe, an eine Sekundärverwendung der Stücke zu denken. Die Darstellung von Frühlings- und Sommermonaten weist daraufhin, daß das ikonographische Programm durchaus nicht nur auf die Nutzungszeit der Raumheizung – auf Herbst und Winter – ausgerichtet war. Mit der Darstellung des Jahreslaufes wollte man vielmehr — in Entsprechung zu den Serien der Jahreszeiten und der Lebensalter im Sinne des humanistischen Vergänglichkeitsgedankens – den sich zyklisch erneuernden Lebenskreislauf versinnbildlichen.

Die Befundsituationen in Durlach, Ettlingen und Kuppenheim können unabhängig voneinander in das siebzehnte Jahrhundert und zwar vor die Zerstörungen des pfälzischen Erbfolgekrieges im Jahre 1689 datiert werden. Bei der Wüstung Emmendingen-Eichberghöfe spricht vieles dafür, daß die Auflassung des Hauses mit dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) zusammenhängt und damit die Kachel noch in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts gehört. Man muß bei der zeitlichen Einordnung dieser Kachelserien mit ihrem „terminus post quem”, dem graphischen Vorbild von 1588 und einem datierten Model von 1605 noch einige Unwägbarkeiten in Betracht ziehen. Die Nutzungsdauer von Kacheln kann entsprechend der Lebensdauer der Ofen recht hoch sein. So wurden Öfen unter Verwendung alter Kacheln wieder neu aufgesetzt. Es ist daher zu vermuten, daß die Monatsdarstellungen in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zum Standardrepertoire der oberrheinischen Hafnerwerkstätten gehörten und weitere 50 Jahre mit zu den häufigsten Kacheltypen an den Ofen dieser Gegend zählten. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts wurde ein Großteil dieser Öfen abgebrochen und durch Barocköfen ersetzt.

Zusammenfassend bleibt festzustellen, daß die Ofenkacheln mit Monatsdarstellungen nach Vorlagen von Jost Amman in zwei etwa gleichzeitige, aber im Format unterschiedliche Serien und eine zeitlich etwas später anzusetzende großformatige Serie unterteilt werden können. Daneben treten vereinzelt auch andere Rahmenvarianten auf. Weitere Forschungen werden sicher das Verbreitungsbild noch erheblich erweitern und um Varianten bereichern. Motivstudien ermöglichen eine weitere Entschlüsselung der Darstellungen. Neue Kenntnisse über die Bildersprache der frühneuzeitlichen Öfen sind weniger von der Aufarbeitung der vorhandenen Bestände, als vielmehr von der Auswertung der im Zusammenhang geborgenen Kachelfragmente aus archäologischen Untersuchungen zu erwarten.


Fragment einer Blattkachel mit dem Monat Mai aus der kleinen Monatsserie nach Amman (Typ 1), grün glasiert, Ende 16. Jh., H. 18,0 cm, Br. 18,0 cm, Ettlingen, Albgaumuseum, urspr. Ettlingen, Färbergasse
Fragment einer Blattkachel mit dem Monat Mai aus der kleinen Monatsserie nach Amman (Typ 1)
grün glasiert, Ende 16. Jh., H. 18,0 cm, Br. 18,0 cm

Ettlingen, Albgaumuseum, urspr. Ettlingen, Färbergasse
Fragment einer Blattkachel mit dem Monat Mai aus der kleinen Monatsserie nach Amman (Typ 1), grün glasiert, Ende 16. Jh., H. 18,0 cm, Br. 18,0 cm, Ettlingen, Albgaumuseum, urspr. Ettlingen, Färbergasse
Fragment des Innenfelds einer Blattkachel mit dem Monat Januar aus der kleinen Monatsserie nach Amman (Typ 1), grün glasiert, Ende 16. Jh., H. 6.5 cm, Br. 5,2 cm, Emmendingen, Hochburg
Fragment des Innenfelds einer Blattkachel mit dem Monat Januar aus der kleinen Monatsserie nach Amman (Typ 1)
grün glasiert, Ende 16. Jh., H. 6.5 cm, Br. 5,2 cm

Emmendingen, Hochburg
Fragment des Innenfelds einer Blattkachel mit dem Monat Januar aus der kleinen Monatsserie nach Amman (Typ 1), grün glasiert, Ende 16. Jh., H. 6.5 cm, Br. 5,2 cm, Emmendingen, Hochburg
Fragment einer Blattkachel mit dem Monat Mai aus der kleinen Monatsserie nach Amman (Typ 1), graphitiert, Ende 16. Jh., H. 18,0 cm, Br. 9,5 cm, Frankfurt a. Main, Historisches Museum
Fragment einer Blattkachel mit dem Monat Mai aus der kleinen Monatsserie nach Amman (Typ 1)
graphitiert, Ende 16. Jh., H. 18,0 cm, Br. 9,5 cm

Frankfurt a. Main, Historisches Museum
Fragment einer Blattkachel mit dem Monat Mai aus der kleinen Monatsserie nach Amman (Typ 1), graphitiert, Ende 16. Jh., H. 18,0 cm, Br. 9,5 cm, Frankfurt a. Main, Historisches Museum
Fragment einer Blattkachel mit dem Monat April aus der kleinen Monatsserie nach Amman (Typ 1), graphitiert, Ende 16. Jh. Rastatt, Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg, Zentrales Fundarchiv, urspr. Kuppenheim
Fragment einer Blattkachel mit dem Monat April aus der kleinen Monatsserie nach Amman (Typ 1)
graphitiert, Ende 16. Jh.

Rastatt, Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg, Zentrales Fundarchiv, urspr. Kuppenheim
Fragment einer Blattkachel mit dem Monat April aus der kleinen Monatsserie nach Amman (Typ 1), graphitiert, Ende 16. Jh. Rastatt, Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg, Zentrales Fundarchiv, urspr. Kuppenheim
Fragment einer Blattkachel mit dem Monat April aus der kleinen Monatsseie nach Amman (Typ 1), grün glasiert, Ende 16. Jh., H. 13,5 cm, Br. 13,0 cm, Dieburg, Museum Schloss Fechenbach, urspr. Dieburg. Römerstraße
Fragment einer Blattkachel mit dem Monat April aus der kleinen Monatsseie nach Amman (Typ 1)
grün glasiert, Ende 16. Jh., H. 13,5 cm, Br. 13,0 cm

Dieburg, Museum Schloss Fechenbach, urspr. Dieburg. Römerstraße
Fragment einer Blattkachel mit dem Monat April aus der kleinen Monatsseie nach Amman (Typ 1), grün glasiert, Ende 16. Jh., H. 13,5 cm, Br. 13,0 cm, Dieburg, Museum Schloss Fechenbach, urspr. Dieburg. Römerstraße
Fragment einer Blattkachel mit dem Monat Mai aus der kleinen Monatsseie nach Amman (Typ 1), graphitiert, Ende 16. Jh., H. 10,0 cm, Br. 14,0 cm, Dieburg, Museum Schloss Fechenbach, urspr. Dieburg. Minnefeld
Fragment einer Blattkachel mit dem Monat Mai aus der kleinen Monatsseie nach Amman (Typ 1)
graphitiert, Ende 16. Jh., H. 10,0 cm, Br. 14,0 cm

Dieburg, Museum Schloss Fechenbach, urspr. Dieburg. Minnefeld
Fragment einer Blattkachel mit dem Monat Mai aus der kleinen Monatsseie nach Amman (Typ 1), graphitiert, Ende 16. Jh., H. 10,0 cm, Br. 14,0 cm, Dieburg, Museum Schloss Fechenbach, urspr. Dieburg. Minnefeld
Fragment einer Blattkachel mit dem Monat März aus der kleinen Monatsseie nach Amman (Typ 1), graphitiert, Ende 16. Jh., H. 14,7 cm, Br. 12,5 cm, Dieburg, Museum Schloss Fechenbach, urspr. Dieburg. Minnefeld
Fragment einer Blattkachel mit dem Monat März aus der kleinen Monatsseie nach Amman (Typ 1)
graphitiert, Ende 16. Jh., H. 14,7 cm, Br. 12,5 cm

Dieburg, Museum Schloss Fechenbach, urspr. Dieburg. Minnefeld
Fragment einer Blattkachel mit dem Monat März aus der kleinen Monatsseie nach Amman (Typ 1), graphitiert, Ende 16. Jh., H. 14,7 cm, Br. 12,5 cm, Dieburg, Museum Schloss Fechenbach, urspr. Dieburg. Minnefeld
Fragment einer Blattkachel mit dem Monat März aus der kleinen Monatsseie nach Amman (Typ 1), graphitiert, Ende 16. Jh., H. 18,0 cm, Br. 18,0 cm, Dieburg, Museum Schloss Fechenbach, urspr. Dieburg. Minnefeld
Fragment einer Blattkachel mit dem Monat März aus der kleinen Monatsseie nach Amman (Typ 1)
graphitiert, Ende 16. Jh., H. 18,0 cm, Br. 18,0 cm

Dieburg, Museum Schloss Fechenbach, urspr. Dieburg. Minnefeld
Fragment einer Blattkachel mit dem Monat März aus der kleinen Monatsseie nach Amman (Typ 1), graphitiert, Ende 16. Jh., H. 18,0 cm, Br. 18,0 cm, Dieburg, Museum Schloss Fechenbach, urspr. Dieburg. Minnefeld
Fragment einer Blattkachel mit dem Monat August aus der großen Monatsserie nach Amman (Typ 2), graphitiert, Ende 16. Jh., H. 25,4 cm, Br. 23,0 cm, Ettlingen, Albgaumuseum, urspr. Ettlingen, Alte Markthalle, Töpferkeller von 1689
Fragment einer Blattkachel mit dem Monat August aus der großen Monatsserie nach Amman (Typ 2)
graphitiert, Ende 16. Jh., H. 25,4 cm, Br. 23,0 cm

Ettlingen, Albgaumuseum, urspr. Ettlingen, Alte Markthalle, Töpferkeller von 1689
Fragment einer Blattkachel mit dem Monat August aus der großen Monatsserie nach Amman (Typ 2), graphitiert, Ende 16. Jh., H. 25,4 cm, Br. 23,0 cm, Ettlingen, Albgaumuseum, urspr. Ettlingen, Alte Markthalle, Töpferkeller von 1689
Fragment einer Blattkachel mit der Allegorie des Monats März nach Jost Amman, graphitiert, um 1600, H. 12,0 cm, Br. 7,5 cm, Sinsheim, Stadt- und Freiheitsmuseum
Fragment einer Blattkachel mit der Allegorie des Monats März nach Jost Amman
graphitiert, um 1600, H. 12,0 cm, Br. 7,5 cm

Sinsheim, Stadt- und Freiheitsmuseum
Fragment einer Blattkachel mit der Allegorie des Monats März nach Jost Amman, graphitiert, um 1600, H. 12,0 cm, Br. 7,5 cm, Sinsheim, Stadt- und Freiheitsmuseum
Fragment einer Blattkachel mit dem Monat August aus der großen Monatsserie nach Amman (Typ 3), graphitiert, Ende 16. Jh., H. 27,4 cm, Br. 16,9 cm, Königstein i. Taunus, Burg- und Stadtmuseum, urspr. Königstein i. Taunus, Burg
Fragment einer Blattkachel mit dem Monat August aus der großen Monatsserie nach Amman (Typ 3)
graphitiert, Ende 16. Jh., H. 27,4 cm, Br. 16,9 cm

Königstein i. Taunus, Burg- und Stadtmuseum, urspr. Königstein i. Taunus, Burg
Fragment einer Blattkachel mit dem Monat August aus der großen Monatsserie nach Amman (Typ 3), graphitiert, Ende 16. Jh., H. 27,4 cm, Br. 16,9 cm, Königstein i. Taunus, Burg- und Stadtmuseum, urspr. Königstein i. Taunus, Burg
Fragment einer Blattkachel mit dem Monat August aus der großen Monatsserie nach Amman (Typ 3), graphitiert, Ende 17. Jh., H. 12,4 cm, Br. 10,2 cm, Miltenberg, Museum der Stadt, urspr. Miltenberg, Hauptstraße
Fragment einer Blattkachel mit dem Monat August aus der großen Monatsserie nach Amman (Typ 3)
graphitiert, Ende 17. Jh., H. 12,4 cm, Br. 10,2 cm

Miltenberg, Museum der Stadt, urspr. Miltenberg, Hauptstraße
Fragment einer Blattkachel mit dem Monat August aus der großen Monatsserie nach Amman (Typ 3), graphitiert, Ende 17. Jh., H. 12,4 cm, Br. 10,2 cm, Miltenberg, Museum der Stadt, urspr. Miltenberg, Hauptstraße
Fragment des Models einer Blattkachel mit dem Monat September aus der Monatsserie nach Amman im Rahmen mit der Jahreszahl 1603, unglasiert, Anfang 17. Jh., H. 31,0 cm, Br. 28,0 cm, München, Bayerisches Nationalmuseum
Fragment des Models einer Blattkachel mit dem Monat September aus der Monatsserie nach Amman im Rahmen mit der Jahreszahl 1603
unglasiert, Anfang 17. Jh., H. 31,0 cm, Br. 28,0 cm

München, Bayerisches Nationalmuseum
Fragment des Models einer Blattkachel mit dem Monat September aus der Monatsserie nach Amman im Rahmen mit der Jahreszahl 1603, unglasiert, Anfang 17. Jh., H. 31,0 cm, Br. 28,0 cm, München, Bayerisches Nationalmuseum
Fragment des Models einer Blattkachel mit dem Monat Mai aus der Monatsserie nach Amman, hier als "Frühling" einer Jahreszeitenfolge; das Ganze in einer Arkade in der Art der oberrheinischen Evangelisten, unglasiert, Ende 16. Jh., H. 23,8 cm, Br. 19,7 cm, Kitzingen, Städtisches Museum
Fragment des Models einer Blattkachel mit dem Monat Mai aus der Monatsserie nach Amman, hier als "Frühling" einer Jahreszeitenfolge; das Ganze in einer Arkade in der Art der oberrheinischen Evangelisten
unglasiert, Ende 16. Jh., H. 23,8 cm, Br. 19,7 cm

Kitzingen, Städtisches Museum
Fragment des Models einer Blattkachel mit dem Monat Mai aus der Monatsserie nach Amman, hier als "Frühling" einer Jahreszeitenfolge; das Ganze in einer Arkade in der Art der oberrheinischen Evangelisten, unglasiert, Ende 16. Jh., H. 23,8 cm, Br. 19,7 cm, Kitzingen, Städtisches Museum
Fragment der Patrize des Innenfelds einer Blattkachel mit dem Monat November aus der großen Monatsserie nach Amman (Typ 2), unglasiert, Alzey ?, Ende 16. Jh., H. 13,0 cm, Br. 12,0 cm, Darmstadt, Hessisches Landesmuseum, urspr. Alzey (nach Strauss)
Fragment der Patrize des Innenfelds einer Blattkachel mit dem Monat November aus der großen Monatsserie nach Amman (Typ 2)
unglasiert, Alzey ?, Ende 16. Jh., H. 13,0 cm, Br. 12,0 cm

Darmstadt, Hessisches Landesmuseum, urspr. Alzey (nach Strauss)
Fragment der Patrize des Innenfelds einer Blattkachel mit dem Monat November aus der großen Monatsserie nach Amman (Typ 2), unglasiert, Alzey ?, Ende 16. Jh., H. 13,0 cm, Br. 12,0 cm, Darmstadt, Hessisches Landesmuseum, urspr. Alzey (nach Strauss)
Fragment des Models des Innenfelds einer Blattkachel mit dem Monat Mai aus der großen Monatsserie nach Amman (Typ 2), unglasiert, Alzey ?, Ende 16. Jh., H. 19,4 cm, Br. 10,0 cm, Darmstadt, Hessisches Landesmuseum, urspr. Alzey (nach Strauss)
Fragment des Models des Innenfelds einer Blattkachel mit dem Monat Mai aus der großen Monatsserie nach Amman (Typ 2)
unglasiert, Alzey ?, Ende 16. Jh., H. 19,4 cm, Br. 10,0 cm

Darmstadt, Hessisches Landesmuseum, urspr. Alzey (nach Strauss)
Fragment des Models des Innenfelds einer Blattkachel mit dem Monat Mai aus der großen Monatsserie nach Amman (Typ 2), unglasiert, Alzey ?, Ende 16. Jh., H. 19,4 cm, Br. 10,0 cm, Darmstadt, Hessisches Landesmuseum, urspr. Alzey (nach Strauss)
Fragment einer Blattkachel mit dem Monat Juni aus der Monatsserie ohne Arkade nach Amman (Typ 4), grün glasiert, Anfang 17. Jh., H. 53,2 cm, Br. 35,5 cm, Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum
Fragment einer Blattkachel mit dem Monat Juni aus der Monatsserie ohne Arkade nach Amman (Typ 4)
grün glasiert, Anfang 17. Jh., H. 53,2 cm, Br. 35,5 cm

Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum
Fragment einer Blattkachel mit dem Monat Juni aus der Monatsserie ohne Arkade nach Amman (Typ 4), grün glasiert, Anfang 17. Jh., H. 53,2 cm, Br. 35,5 cm, Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum
Fragment des Models einer Blattkachel mit dem Monat November aus der Monatsserie ohne Arkade nach Amman (Typ 4), unglasiert, Anfang 17. Jh., H. 60,0 cm, Br. 39,0 cm, Mengen, Heimatmuseum
Fragment des Models einer Blattkachel mit dem Monat November aus der Monatsserie ohne Arkade nach Amman (Typ 4)
unglasiert, Anfang 17. Jh., H. 60,0 cm, Br. 39,0 cm

Mengen, Heimatmuseum
Fragment des Models einer Blattkachel mit dem Monat November aus der Monatsserie ohne Arkade nach Amman (Typ 4), unglasiert, Anfang 17. Jh., H. 60,0 cm, Br. 39,0 cm, Mengen, Heimatmuseum


Weiterführende Literatur:

Ludwig Döry (Hg.), Keramika. Frankfurt als Herstellungsort und Markt für keramische Erzeugnisse im 16. und 17. Jahrhundert. Frankfurt a. M. 1978, 27, Kat. Nr. 245.
Rosemarie Franz, Der Kachelofen. Entstehung und kunstgeschichtliche Entwicklung vom Mittelalter bis zum Ausgang des Klassizismus. 2. verbesserte und vermehrte Auflage, Graz 1981, Abb. 439.
Hafnerkunst in Villingen. Bestandskatalog I des Museums Altes Rathaus Villingen, Abt. Kunsthandwerk, Villingen 1978, Kat. Nr. IIa, 18.
Sabina Hügli u. Tanja Rey, Ofenkacheln des 17. Jahrhunderts im Kloster Kreuzungen, Lizenziatsarbeit [masch.], Kreuzlingen 1993, S. 46-53, Inv. Nr. 6.
Dietrich Lutz, Beobachtungen zur Stadtbefestigung von Kuppenheim, Kreis Rastatt. Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 1992, S. 364—366.
Harald Rosmanitz, Die Kacheln aus dem Heimatmuseum Sinsheim. Überlegungen zur Bildersprache und Formenvielfalt reliefierter Ofenkeramik im Kraichgau. In: Kraichgau. Beiträge zur Landschafts- und Heimatforschung 13 (1993) S. 223—240.
Harald Rosmanitz u. Sophie Stelzle, Monatsdarstellungen auf Ofenkacheln nach Radierungen von Jost Amman. Überlegungen zur Bildersprache und zu den graphischen Vorlagen einer oberrheinischen Figurenserie aus dem 16. Jahrhundert. Ettlinger Hefte 27 (1993) S. 49-57.
Harald Rosmanitz, Evangelisten, Tugenden und ein Kurfürst. Bildersprache und Formenvielfalt frühbarocker Ofenkacheln, in: HausGEschichten. Bauen und Wohnen im alten Hall und seiner Katherinenvorstadt. Ausstellung im Hällisch-Fränkischen Museum vom 1. Mai bis 31. Juli 1994 (Kataloge des Hällisch-Fränkischen Museums Schwäbisch Hall 8), Sigmaringen 1994, S. 149-164.
Helmut Seling, Die Kunst der Augsburger Goldschmiede 1529-1868. Meister, Marken, Werke, München 1980, S. 253, Kat. Nr. 185, 190.
Lothar Späth, Kachelöfen auf der Burg Hohenschramberg. In: D’Kräz. Beiträge zur Geschichte der Stadt und Raumschaft Schramberg 2 (1982) S. 32-42.
Sophie Stelzle, Ein Renaissancekachelofen aus der Wüstung Eichberghöfe bei Emmendingen. Untersuchung zu einer alttestamentarischen Figurenserie, Magisterarbeit [masch.] Freiburg i. Br. 1992, S. 93—95.
Sophie Stelzle- Hüglin, Von Abraham bis Samson: Eine renaissancezeitliche Kachelserie mit alttestamentarischen Figuren. Bemerkungen zu Ikonographie und Verbreitungsbild. In: Nearchos 1 (Beiträge vom 25. Internationalen Hafnerei-Symposium in Lienz/Osttirol 1992, hrsg. von Werner Endres und Konrad Spindler), Innsbruck 1993, S. 155-163.
Walter L. Strauss (Hg.), The illustrated Bartsch, Vol. 20 (Part 1), formerly Vol. 9 (Part 3): German Masters of the sixteenth Century. Jost Amman. Intiglio Prints and Woodcuts, hrsg. von Jane S. Peters, New York 1985.
Konrad Strauss, Die Kachelkunst des 15. bis 17. Jahrhunderts in europäischen Ländern. Teil III, München 1983, Taf. 142.6, 154.67.
Alfred Werner (Hg.), 293 Renaissance Woodcuts for Artists and Illustrators. Jost Amman’s Kunstbüchlin, New York 1969-69.


 

*Harald Rosmanitz u. Sophie Stelzle-Hüglin, Von der Druckgraphik zum Kachelrelief. Monatsdarstellungen nach Jost Amman auf südwestdeutschen Ofenkacheln des 16. und 17. Jahrhunderts, in: Archäologische Nachrichten aus Baden (1994), S. 58–69, überarbeitet und erweitert 2010 und 2015.