Wärme oho – die Ofenkacheln vom Kornmarkt in Heidelberg*

In Preßburg vor dem Ofenloch
  da hielt ich mit dem Ebser Rat.
   Ja schüren, heizen konnt ich noch -
hab so den König rausgejagt!

Diese Anekdote in einem Liedtext des Ritters Oswald von Wolkenstein aus dem Jahre 1423 schildert eine Szene aus der Missionstätigkeit des Minnesängers für den späteren Kaiser Sigismund von Ungarn. Oswald heizte dabei nach zu langem Antichambrieren den Kachelofen im Arbeitszimmer des Königs vom Vorzimmer aus so lange auf, bis dieser dasselbe verlassen mußte. Die beiläufige Erwähnung eines Ofens – in diesem Fall als diplomatisches Instrument – und die als selbstverständlich vorausgesetzte Bedienung desselben zeigt, daß der Kachelofen zu diesem Zeitpunkt bereits zumindest im adeligen Milieu einen festen Teil des spätgotischen Mobiliars darstellte. Im Zitat wird Sigismund, der Nachfolger des zwischen 1400 und 1410 regierenden deutschen Königs Ruprechts von der Pfalz genannt. Unter der Herrschaft Ruprechts gelangte auch die Kachelkunst in Heidelberg zu einer ersten Blüte, die im Fundmaterial aus dem Bereich des Kornmarktes abzulesen ist.

Die Anlage von Raumheizungen in der Wohnbebauung des Kornmarktes läßt sich zumindest archäologisch ausschließlich mit den Resten von Kachelöfen belegen. Mögliche Alternativen wie Feuerstellen oder Kamine konnten nicht nachgewiesen werden. Die erhaltenen Bruchstücke von Ofenkacheln belegen die durchgehende Nutzung dieser Art der Raumheizung seit dem ausgehenden vierzehnten bis an das Ende des neunzehnten Jahrhunderts. Die Kachelfunde vom Heiligenberg und aus drei Grabungen in der Heidelberger Innenstadt verdichten die Hypothese, daß die Stadt seit der Spätgotik bis zu ihrer Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg über prächtige Öfen verfügt haben muß. Als Beleg dafür muß auch der bis heute kaum beachtete Fayenceofen vom Heidelberger Schloß angesprochen werden, der um 1675 von Abraham Pfau in Winterthur gefertigt wurde.

Am Beispiel der Kacheln des Kornmarktes soll zuerst die Frage nach der Funktion und dem Aussehen der Kachelöfen im Wandel der Jahrhunderte nachgegangen werden. Im Gegensatz zu Objekten aus Glas und Keramik wurden die Ofenkacheln im Kornmarktareal nur als Streufunde geborgen. Dennoch scheinen zumindest grundsätzliche Trends erkennbar, die eine Rekonstruktion von Öfen auch nach dem vorliegenden Material ermöglichen.

Der Kachelofen bildete in zweifacher Hinsicht für mehrere Jahrhunderte die ideale Raumheizung Mitteleuropas. Er konnte von einem gesonderten Raum aus beheizt werden und verhinderte im Gegensatz zum Kamin eine störende Rauchentwicklung in der Stube. Das Einfügen von Keramikteilen in die Ofenwandung ermöglichte eine verhältnismäßig gleichmäßige Wärmeabgabe bei geringem Holzverbrauch. Die Öfen setzten sich von Anfang an aus zwei Teilen zusammen: einem beheizbaren Feuerkasten und einem darüber liegenden Oberofen, der die Hitze des aufsteigenden Rauches in Wärme umsetzte. Die gesamte Ofenkonstruktion stand auf einem gemauerten Sockel bzw. auf keramischen, eisernen oder steinernen Ofenfüßen. Der Kachelofen diente nicht allein zum Beheizen des Wohnraumes. Wie man aus zeitgenössischen Abbildungen ersehen kann, wurde er von einer kniehohen, hölzernen Bank, der Ofenbank umschlossen. Hinzu kamen von der Decke herabhängende Stangen, an denen in feuchten Tagen Kleidungsstücke getrocknet werden konnten. Die Ofenwärme wurde zudem zum Garen von Speisen und zum Anwärmen von Wasser genutzt.

Reste einfacher Ofenkacheln finden sich bereits in den ältesten erfaßten Siedlungshorizonten. Sie wurden in Form von Bechern und Schüsseln auf der schnell drehenden Töpferscheibe geformt und in lockerer Streuung in die aus Lehm bestehende Ofenwandung eingebaut. Durch das Hinzufügen von Keramik konnte bei Vergrößerung der Ofenoberfläche und der lang anhaltenden Wärmeabstrahlung von gebranntem Ton bei entsprechender Holzeinsparung die Raumheizung optimiert werden. Die Befeuerung von in einem Nebenraum oder der Küche verhinderte zudem eine störende Rauchentwicklung im beheizten Raum. Daß man jedoch auch diese einfache, zweckgebundene Kachelform verzieren konnte, zeigt eine reduzierend gebrannte Tellerkachel. Ihr Bodeneinsatz wurde im vorderen Drittel des Gefäßkörpers angebracht und trägt auf seiner Schauseite einen spitz zulaufenden Zierknopf. Die Kachel war mit dieser Seite dem Betrachter zugewandt, im Ofen eingelassen. Die reduzierend gebrannte Keramik kann mit Hilfe von nordschweizer Vergleichsstücken in die zweite Hälfte des 14. Jahrhunderts datiert werden.

Kurze Zeit später wurde das Formenspektrum durch Napfkacheln erweitert. Sie unterscheiden sich von ihren Vorgängern durch den quadratisch ausgezogenen Rand. Ihre Grundform ermöglichte es, die gesamte Ofenoberfläche mit Kacheln zu besetzen und damit die bereits genannten Vorteile besser zu nutzen. Öfen mit Napfkacheln fanden als preiswerte Raumheizung bis in die jüngste Zeit der Kornmarktbebauung Verwendung, doch zeugen reduzierend gebrannte Vertreter der Gattung in Anlehnung an die Ofenfunde im Gasthaus zum Wilden Mann in Nürnberg davon, daß Öfen dieser Art bereits in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts im unmittelbaren Umfeld des Kornmarktes aufgestellt waren. Einzelne vollständige Napfkacheln aus Latrinenzusammenhängen legen die Vermutung nahe, daß diese in Erst- oder Zweitverwendung auch als Wasserbehälter für Toilettenhygiene oder als Nachtgeschirr genützt werden konnten.

Mit der Aufwertung des Hausrates wurde auch der gotische Ofen in die allgemein wachsende Schmuckfreude einbezogen. Als idealer Bildträger entstand in der Mitte des 14. Jahrhunderts die Nischen- und Blattkachel. Die hochrechteckige Nischenkachel besteht aus einem auf der Töpferscheibe geformten Halbzylinder. An seiner Vorderseite brachte man ein aus einem Negativ ausgeformtes, modelgepreßtes Vorsatzblatt an, dessen durchbrochenes Hauptfeld den Blick auf den dahinter liegenden Halbzylinder freigibt.

In Ausnahmenfällen verzierte man auch die Innenseite des Halbzylinders mit einem Relief. Eine entsprechende Kachel stammt aus einer Latrinenverfüllung. Da sie sich in dem Befundzusammenhang als Einzelstück erwies, liegt die Vermutung nahe, daß man die Kachel nach dem Abbruch eines entsprechend prächtigen Ofens aufgrund ihrer qualitätvollen Ausgestaltung noch eine Zeitlang aufbewahrte, bevor sie schließlich doch den Weg alles Irdischen ging.

Im Gegensatz zur jüngeren Ofenkeramik stammen fast alle Nischenkacheln aus verlagerten Planierschichten. Dennoch läßt sich über die Zusammensetzung der Stücke in den jeweiligen Schichtenabfolgen erschließen, daß die Öfen im 15. Jahrhundert aus einem mit Blattkacheln belegten Feuerkasten und einem großen Oberbau aus Nischenkacheln bestanden. Nach oben schloß ein umlaufender Ring von spitz ausgezogenen oder als Zinnenkranz gearbeiteten Bekrönungskacheln die gesamte Konstruktion ab. Beachtenswert ist die Feststellung, daß beispielsweise bei Nischenkacheln mit Radornament sowohl gelb- als auch grün glasierte Exemplare vorliegen. Demnach dürfte sich der Ofenkörper in Entsprechung zu den rekonstruierten Öfen auf der Burg von Buda in abwechselnder Folge aus verschiedenfarbig glasierten Kacheln zusammengesetzt haben. Eine vergleichbare Rekonstruktion legen auch die im Torturm des Michelstädter Schlosses gefundenen Nischenkacheln nahe.

Gegen 1500 wurden die Nischenkacheln fast vollständig von den Blattkacheln verdrängt. Sie unterscheiden sich von diesen durch ein geschlossenes Vorsatzblatt. An ihrer Rückseite brachte man einen umlaufenden Steg, die sogenannte Zarge, an, mit der das Relief im Ofenkörper verankert wurde. In Anlehnung an die Nischenkachel läßt sich bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts der Brauch belegen, die Rückseite mit einem nicht mehr sichtbaren Halbzylinder auszustatten. Um den Wärmeaustausch an der Ofenwand zu gewährleisten, mußte dieser durch eine senkrechte Aussparung geöffnet werden.

Mit dem Einfluß der Renaissance veränderte sich der Aufbau des Ofens. Unter Hinzunahme neuer Kachelformen, wie Gesimsen, Friesen, schmalen Leistenkacheln und Bekrönungskacheln, gestaltete man den Ofen im Sinne zeitgenössischer Möbel und Wandverkleidungen. Im Gegensatz zu der Spätgotik bildeten dabei nicht mehr die Einzelkacheln selbst, sondern der Gesamtaufbau des Ofenkörpers eine in sich abgeschlossene Architektur. Die Möglichkeit, unterschiedliche Formate innerhalb eines Ofens anzubringen, führte zur Entwicklung von großen Bildkacheln mit aufwendigen inhaltlichen Programmen. Ihre Herstellung verlangte vom Hafner ein Höchstmaß an Kunstfertigkeit.

In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts setzte sich der aus gußeisernen Platten bestehende Ofen als Raumheizung durch. Aus Gewichts- und Kostengründen wurden die meisten Plattenöfen mit einem keramischen Oberbau versehen. Man glich die Kacheln den gußeisernen Ofenplatten an, indem man die Oberfläche entweder braun glasierte oder nachträglich mit einem Graphittonauftrag versah.

Die bei den Grabungen auf dem Kornmarkt zu Tage getretene Bandbreite von Typen und Ornamenten unterschiedlichster Qualität stellt zwangsläufig die Frage nach der Herkunft der Stücke. Eine Auswertung der Sach- und Schriftquellen steht bislang in diesem Zusammenhang noch aus. Dennoch liegt die Annahme nahe, daß ein Großteil der Ofenkacheln aus dem Kornmarkt vor Ort hergestellt wurde. Dies gilt besonders für die Kachelarten ohne modelgepreßtes Dekor.

Die Verwendung eines eisenarmen, hellbraun brennenden Tones für die Herstellung der um 1400 entstandenen Kacheln vom Typ Tannenberg läßt aufgrund von Werkstattfunden und mit Hilfe von Vergleichsstücken aus Michelstadt und Oberroden an eine Fertigung in dem zu Kurmainz gehörenden Töpferort Dieburg in Hessen denken. Dort konnten in den vergangenen Jahren bei Grabungen entsprechende Kacheln in spätgotischen Töpferabwurfhalden nachgewiesen werden.

Die Mehrzahl der spätgotischen und renaissancezeitlichen Ofenkacheln dürfte jedoch vor Ort gefertigt worden sein. Zeitgenössische Schriftquellen belegen in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts die Rolle Heidelbergs als wichtiger Umschlagplatz für Ofenkeramik. So schickte man im Jahre 1475 einen Eberbacher Hafner zum Ankauf geeigneter Kacheln für das Eberbacher Schloß eigens nach Heidelberg. Die Hofhaltung des Kurfürsten von der Pfalz spricht für qualifizierte Hafnerwerkstätten vor Ort. Übereinstimmungen mit dem Werkstattabfall aus dem renaissancezeitlichen Atelier des Bildhauers Sebastian Götz aus der Unteren Neckarstraße untermauern diese Vermutung. Daneben können jedoch mehrere renaissancezeitliche Kacheln eindeutig als Import von bedeutenden Werkstätten in Köln und Speyer angesprochen werden.

Indem man die Bildfelder der Kachelöfen mit aufwendigem Zierat versah, gewannen die darauf angebrachten Bildinhalte erheblich an Bedeutung. Qualität und Ausführungsart zeugen von der sozialen Stellung des Hausbesitzers. Neben einer rein ornamentalen Bildersprache legen die Kachelreliefs durch die Widergabe heraldischer und szenarischer Motive auch Zeugnis von der Geisteshaltung der jeweiligen Epoche ab. Dabei bedarf es jedoch der Stilkritik von Seiten der Kunstgeschichte, um die Motivwahl der Kleinkunstwerke für den heutigen Betrachter zu entschlüsseln.

Die ältesten Reliefdarstellungen gehören dem Typus Tannenberg an. Er wurde in Anlehnung an das Kachelmaterial aus der im Jahre 1399 zerstörten Burg Tannenberg in Hessen benannt. Es sei jedoch angemerkt, daß entsprechende Formen bereits vor der Mitte des 14. Jahrhunderts in Benutzung waren. Der Kacheltypus wird beherrscht von einer strengen geometrischen Grundform mit einfacher Spitzbogenverblendung und Krabbenbesatz. In den oberen Zwickeln finden sich einander zugewandte Drachen, Blumen und das aus dem Kurmainzer Wappen entstandene Ziermotiv des Speichenrades, sowie die Helmzier mit aufgerichtetem Löwen in Verbindung mit dem kurpfälzer Wappen. Die Reliefs wurden meist nur sehr flach auf die Vorsatzblätter aufgetragen.

Betrachtung verdient eine auch auf der urg Tannenberg mehrfach nachweisbare Form einer zinnenbesetzten Ofenbekrönung. Sie wurde vom Ausgräber in der Mitte des 19. Jahrhunderts als von zwei Türmen flankiertes Torhaus mit abgetrepptem Giebel gedeutet. Bei der Bearbeitung der Kölner Kacheln wurden vergleichbare Motive als Glockenblumen in einem Architekturrahmen gedeutete. Dabei übersah man jedoch die Kombination besagter Formen mit zwei überkreuz gestellten Stäben, welche eindeutig als Hakenbüchsen identifiziert werden können. Etwa fünfzig Jahre später entstandene Zinnenbesätze zeigen in diesem Bereich Wächterfiguren. Sie legen im Zusammenspiel mit den besagten Hakenbüchsen nahe, das Relief auf dem Fragment vom Kornmarkt als die Abbildung der auf das Wesentliche zurückgenommenen Gestalt eines Wächters zu deuten. Das besagte Motiv fand sich in größerer Ausführung auf einer bald nach 1400 gefertigten Blattkachel von der Burg Schmalenstein bei Weingarten in Baden. Trotz der ornamentalen Gesamtgestaltung erkennt man dort deutlich die Figur eines Wächters, der mit einem Kettenhemd bekleidet ist. Er hält in seinen beiden waagerecht ausgestreckten Armen jeweils einen Spieß.

Seit Mitte des 15. Jahrhunderts wurde die strenge Rahmenarchitektur durch die Übernahme des geschwungenen Kielbogens und durch Hinzufügen von Stabwerk aufgelöst. Vorbilder waren zeitgenössische Bildhauerarbeiten. Damit vergrößerte sich die Fläche der oberen Zwickel, die nun als annähernd durchlaufendes Zierband ein Drittel des Vorsatzblattes bedeckte. Das Band dient als Unterlage für halbplastisch aus der Fläche vortretende Vögel oder Blumen. Das anfangs streng geometrisch gestaltete Kielbogenmotiv gewann bis zum Ende des 15. Jahrhundert zunehmend an Lebendigkeit.

Auch andere Architekturformen fanden auf zeitgenössischen Kacheln ihren Niederschlag. So zeigt das Oberteil einer Kachel eine Fülle von Architekturdetails, die an ein verkleinertes Kirchenportal erinnern. Vor einem von Lanzettfenstern belebtem Bildhintergrund erheben sich zwei überhöht spitz zulaufende Fensteröffnungen. Sie werden beidseitig flankiert von Fialen, die ihrerseits in Kreuzblumen auslaufen. Die einziehenden Felder knapp unterhalb der Öffnung wiederholen mit ihrem Krabbenbesatz den gesamten Formenreichtum der umschließenden Rahmung. Ein Vergleichsstück aus Deventer in den Niederlanden läßt vermuten, daß der nicht mehr erhaltene Innenbereich der Nische ebenfalls reliefiert war. Sein Aussehen kann mit Hilfe der bereits erwähnten, fast vollständig erhaltenen Kachel aus einem Latrinenbefund rekonstruiert werden. Das Vorsatzblatt der Kachel ist durch eine schlichte, durchgehende Reihung von Lanzettfenstern gegliedert. Das eigentliche Ziermotiv findet sich auf dem einziehenden Halbzylinder, der mit einem nach allen Seiten ausgreifenden, blütenbesetzten Astwerk versehen wurde. Einzelformen des Astwerkes erinnern an Kupferstichvorlagen des in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts am Oberrhein tätigen Meisters ES.

Der allmähliche Übergang zur Blattkachel läßt sich am Beispiel einer Kachel mit dem kurpfälzischen Wappen belegen. Zwar muß sie aufgrund ihrer geschlossenen Oberseite als Blattkachel angesprochen werden, doch unterliegt ihre Gestaltung noch dem Gliederungsschema einer spätgotischen Nischenkachel. Ihr Bildfeld wird umschlossen von einem breiten, einziehenden Rand. Darin leitet eine Arkade mit Kreuzgewölbe über zu dem schmalen hinteren Teil des Bildes. Er besteht aus drei rautierten Wappen mit einem darüber stehenden Löwen. Die schlichte Ausführung der Gesamtkonzeption, sowie die Anwendung der Zentralperspektive datieren die Wappenkachel in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts.

Von leichten Abwandlungen abgesehen bildete das kurpfälzische Wappen mit dem stehenden Löwen und dem rautierten Wappenschild seit dem ausgehenden 14. Jahrhundert bis zu der in das Jahr 1586 datierten großen Bildkachel den Hauptbestandteil des angewandten Motivschatzes. Die weithin gebräuchlichen religiösen Darstellungen fehlen vollständig. Somit zeigt sich über die Hinweise auf die Landesherrschaft ein ständiger Bezug der im Kornmarktareal lebenden Bevölkerung zu ihrem annähernd in Sichtweite entfernt regierenden Kurfürsten. Es verwundert nicht, daß eine auf das Jahr 1537 datierte Kachel die Halbfigur den Kurfürsten Ludwig V. (1508-1544) zeigt. Das von einem Fruchtgebinde bekrönte Brustbild wird umgeben von einer mit prächtigem Vasendekor geschmückten Arkade. Die Gestaltung des Gesichtes spiegelt das Bemühen des Künstlers um eine portraithafte Darstellung des Herrschers. Der mit einem schweren, pelzbesetzten Mantel bekleidete Körper steht in seiner unproportionierten, recht schlichten Ausführung in deutlichem Gegensatz zur Gestaltung der Rahmenarchitektur. Der Kurfürst hält als Zeichen seiner Würde den Reichsapfel und das Reichsschwert in seinen Händen. Das Gegenstück zur Bildniskachel zeigt auf seiner Vorderseite das kurpfälzische Wappen. Das dreigeteilte Wappenschild mit Löwe, Reichsapfel und Rauten wird von zwei Löwen gehalten. Sie sind zusätzlich mit einem Schwert bzw. dem Reichsapfel ausgestattet. Ein Schriftband über dem Wappen mit der Inschrift OH PG bezieht sich auf den Pfalzgrafen Ottheinrich (1556-1559). Zwei posauneblasende Engel, deren Unterkörper in Rollwerkornamenten auslaufen, schließen die Darstellung nach oben hin ab. Eine Kartusche am unteren Bildrand trägt die Jahreszahl 1557. Trotz der ungleichen Datierungen ist aufgrund der Fundlage und der übereinstimmenden Abmessungen anzunehmen, daß die beschriebenen Kacheln zusammen an einem Ofen angebracht waren.

Im Kornmarktbereich fanden sich nur geringe Reste gußeiserner Plattenöfen. Daß man dennoch seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts mit solchen Raumheizungen rechnen muß, zeigt die jüngste Kachel mit dem kurpfälzischen Wappen. Das halbplastisch vortretende Relief schmückt eine schwarzbraun glasierte Kachel. Eine auf das Jahr 1585 datierte Umschrift über dem Wappen nennt Friedrich IV. (1583-1610), unter dessen Herrschaft die Kachel entstand. Das Rahmenwerk in Form einer mit hervortretenden, diamatschnittbesetzten Quadern versehenen Arkade tritt deutlich hinter dem Wappenmotiv des Bildfeldes zurück. Zu diesem Ofen dürften auch die beiden dunkelbraun glasierten, zylindrischen Keramiken gehören, welche auf ihrer Außenseite zwei Hermen zeigen. Ihre Oberkörper ragen aus einem Akanthusstrauch heraus. Die oben und unten geöffneten Zylinder umschlossen ursprünglich die eigentlichen tragenden Teile der Ofenkonstruktion, die aus einfachen eisernen Stangen bestanden. Vergleiche mit Öfen aus dem Schloß Ambras bei Innsbruck und Steyer in Oberösterreich zeigen, daß die Säulen ursprünglich an der Stirnseite eines Oberofens eingebaut waren.

Etwa zeitgleich schuf man großformatige, gemusterte Ofenkacheln für sogenannte Tapetenöfen. Ihre Oberfläche wurde durch randlose, immer wiederkehrende geometrische und pflanzliche Motive gestaltet. Versetzt über- und nebeneinander angeordnet ergab sich so eine endlose Ornamentenfolge. Die schwarzbraun glasierten Kacheln waren meist Teile von rechteckigen Öfen. Auf dem Kornmarkt fanden sich jedoch auch konkav gewölbte Kacheln mit Granatapfelmuster, die sich zu einem zylindrischen Oberofen zusammensetzten lassen.

Am Beispiel der Kachel mit der Darstellung einer Orgelspielerin zeigt sich, daß die genaue Betrachtung des Einzelstückes durchaus weitreichende Aussagen über Alter, Herkunft und die Einbindung des Keramikreliefs in die zeitgenössische Bild- und Geisteswelt ermöglicht. Das Kachelfragment besteht aus weiß brennendem Ton, auf den eine hellgrüne Glasur aufgetragen wurde. Das Bildfeld wird seitlich von zwei kannelierten Säulen mit korinthischen Kapitellen gerahmt. Über ihnen spannt sich ein mit Rankenwerk geschmückter Rundbogen. In den oberen Zwickeln sitzen posauneblasende Putten. Im Zentrum der Darstellung steht eine nach links gewandte weibliche Figur. Sie ist mit einer kurzen, in der Taille zusammengebundenen Bluse, sowie einem nach hinten wehenden, knöchellangen Rock bekleidet. Im Haar trägt sie einen Lorbeerkranz. Die im Halbprofil wiedergegebene Frau scheint in das Spielen einer Tischorgel vertieft zu sein. Das in Schrägansicht dargestellte Musikinstrument steht auf einem Podest. Darüber befindet sich die Tastatur und eine Reihe verschieden großer Orgelpfeifen.

Die Darstellung ist die Verkörperung einer der sieben freien Künste: Grammatik, Dialektik, Rhetorik, Arithmetik, Musik, Geometrie und Astronomie. Auf dem Heidelberger Stück wird die Musik dargestellt. Allegorien waren in der deutschen Renaissance im Sinne eines humanistischen Bildungsideals besonders beliebte Bildthemen. Dementsprechend zahl- und variantenreich sind auch die Vorlageblätter, gemeint sind in diesem Falle Druckgraphiken, die als Vorlagen zur Fertigung des vorliegenden Reliefs dienten. Eine farbig glasierte Kachel mit demselben Motiv kann über seine Rahmenform einer Kölner Werkstätte aus der Mitte des 16. Jahrhunderts zugewiesen werden. Die Heidelberger Kachel wurde jedoch im benachbarten Speyer angefertigt. Über die Rahmenform läßt sie sich mit Hilfe eines Modelfundes in der Großen Greiffengasse in Speyer eindeutig der dort ansässigen Werkstätte zuweisen. Von der gegen 1560 angefertigten Serie der sieben freien Künste haben sich im Historischen Museum der Pfalz lediglich vier Model erhalten. Doch zeigt der Vergleich mit dem dort aufbewahrten Model der Rhetorik deutliche Übereinstimmungen in der Formgebung der Figur. Über das am Kornmarkt gefundene Kachelfragment gelingt somit nicht nur der Nachweis von Kachelimporten aus dem benachbarten Speyer.

Die nach derselben Vorlage gearbeitete Allegorie der Philosophie im Heimatmuseum von Sinsheim/Steinsfurt dürfte ebenfalls in Speyer gefertigt worden sein. Eine Inschrift benennt die mit einer Eule dargestellte weibliche Figur im Bildfeld und gibt zudem als Herstellungsdatum das Jahr 1557 an. Weitere Nachweise für den Kachelexport aus Speyer fanden sich in der Burg von Zuzenhausen. Neben der Darstellung des Pfalzgrafen Friedrich II. fanden sich auch mehrfarbig glasierte Bildniskacheln, die aufgrund ihrer Abmessungen in einem direkten Zusammenhang mit den Modeln aus der Großen Greifengasse in Speyer zu sehen sind. Damit konnte erstmals für Speyer die Herstellung polychromer Reliefs nachgewiesen werden. Diese Dekortechnik wurde in der Mitte des 16. Jahrhunderts aus Norditalien kommend, nur in wenigen, exzellenten Werkstätten angewandt.

Auch auf dem Kornmarkt fanden sich die Reste eines farbig glasierten Ofens. Leider wurde er bei einer Brandkatastrophe durch starke Hitzeeinwirkung weitgehend vernichtet. Die erhaltenen Kacheln zeigen ebenfalls Hitzeschäden. So warf die Glasur beim neuerlichen Aufschmelzen Bläschen auf. Die Glasurfarben liefen ineinander über. Es bedarf einigen Vorstellungsvermögens, um sich das ursprüngliche Aussehen des Ofens zu vergegenwärtigen. Dennoch kann zumindest der Ofenoberbau mit Hilfe einer Eckkachel mit Vasendekor sowie den Fragmenten einer Blattkachel rekonstruiert werden. Der mehrfach abgestufte Architekturrahmen umschließt ein Fragment des Bildfeldes, das vor einem blauen Himmel die Reste von Segeln zeigt. Es dürfte sich dabei um eine Meeres- bzw. Hafenszene gehandelt haben. Akanthusgeschmückte Gesimse schlossen die Ofenkonstruktion nach oben und nach unten ab. Die vorherrschende Verwendung von hellem Blau, Grün und Gelb, sowie die feine, detaillierte Ausführung von Einzelformen sprechen für die schon erwähnte Zuweisung zu einer versierten Kölner Werkstätte des beginnenden 17. Jahrhunderts. Von dem gleichen Ofen stammt ein keramischer Ofenfuß. Sein Kern bildet ein Flußgeschiebestein, der mit einem reliefierten Tonmantel umgeben wurde. Das unglasierte Relief war ursprünglich mit einem rötlichen Farbüberzug versehen. Im Zentrum der Darstellung stehen an allen vier sichtbaren Seiten menschliche bzw. tierische Masken. Sie werden von einem aufwendig gestalteten Beschlagwerk umschlossen. Annähernd übereinstimmende Ofenfüße werden im Kurpfälzischen Museum Heidelberg und im Historischen Museum der Pfalz in Speyer aufbewahrt.

Die Brandschicht des Pfälzischen Erbfolgekrieges enthielt zahlreiche dunkelbraun glasierten und graphitierten Kacheln aus dem 17. Jahrhundert. Sie wurden im Sinne des Barock stark plastisch vortretend gearbeitet. Typisch für die Kacheln ist eine unscharfe Ausformung. Die niedrig gebrannte, vergleichsweise weiche Keramik wurde erst nach dem Setzten des Ofens mit einem Graphittonüberzug versehen. Die Motivwahl beschränkte sich auf eine Vielzahl von maskengeschmückten Ornamentformen. Sie umschlossen Bildkacheln mit der Darstellung des Kaisers und sechs reitender Kurfürsten.

Die Ofenkacheln sind in einer bisher weitgehend unbeachteten Grauzone zwischen Mittelalterarchäologie, Volkskunde und Kunstgeschichte angesiedelt. Doch lassen sich mit Hilfe der keramischen Reliefs nicht nur Aussagen zum Alltagsleben, sondern auch zum Selbstverständnis der Bevölkerung in vergangenen Epochen beim täglichen Umgang mit Kunstwerken gewinnen. Ihr unbestreitbarer Vorteil für den heutigen Bearbeiter liegt darin, daß sie im Gegensatz zum Großteil des Hausrates weder aus organischem, noch aus wiederverwendbarem Material gefertigt waren und somit bis auf geringe Einbußen die Jahrhunderte überdauern konnten. Erst der durch die unüberschaubare Fülle von Sanierungen einsetzende Substanzverlust an archäologischen Flächen, zu denen hinsichtlich der Ofenkacheln auch Auffüllungen in Zwischenböden und über Gewölben zu rechnen sind, verminderten den Bestand in erheblichem Maße. Anhand der archäologischen Forschungen in den letzten zehn Jahren konnte erstmals auch die Rolle der Stadt Heidelberg bezüglich dieser Sachgruppe in den Vordergrund gerückt werden. Wie man jedoch ersehen konnte, bedarf es noch einer umfassenden Sichtung archivalischer Quellen, sowie eines gründlichen Studiums vergleichbarer Funde aus den umliegenden Regionen, um die derzeit nur punktuell beleuchtbare Rolle der Stadt als Herstellungs- und Umschlagsort für Ofenkeramik klarer zu umreißen. Bei der Betrachtung der erhaltenen renaissancezeitlichen und barocken Bauskulptur, die zweifelsohne im Schloß ihren Höhepunkt fand, kann aber bereits die Hypothese aufgestellt werden, daß einige in Südwestdeutschland verbreitete Bildmotive auf Ofenkacheln am Wohnort des Kurfürsten von der Pfalz ihren Ausgang nahmen. Mit den Funden von Patrizen und Modeln aus der Unteren Neckarstraße reiht sich Heidelberg mit Frankfurt am Main, Speyer und Straßburg in die Reihe bedeutender südwestdeutscher Zentren des spätmittelalterliches und frühneuzeitliches Kunsthandwerk ein.

Fragment einer reduzierend gebrannten Tellerkachel, unglasiert, Mitte 14. Jh., Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer reduzierend gebrannten Tellerkachel
unglasiert, Mitte 14. Jh.

Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer reduzierend gebrannten Tellerkachel, unglasiert, Mitte 14. Jh., Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Nischenkachel mit nasenbesetztem Dreiecksgiebel vom Typ Tannenberg mit gefiederten Blättern in den Zwickeln, gelb glasiert, Dieburg, um 1380, Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Nischenkachel mit nasenbesetztem Dreiecksgiebel vom Typ Tannenberg mit gefiederten Blättern in den Zwickeln
gelb glasiert, Dieburg, um 1380

Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Nischenkachel mit nasenbesetztem Dreiecksgiebel vom Typ Tannenberg mit gefiederten Blättern in den Zwickeln, gelb glasiert, Dieburg, um 1380, Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Kranzkachel mit nasenbesetztem Dreiecksgiebel vom Typ Tannenberg mit krabbenbesetzter Giebelleiste, eine Kreuzblume flankierdend , gelb glasiert, Dieburg, um 1380, Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Kranzkachel mit nasenbesetztem Dreiecksgiebel vom Typ Tannenberg mit krabbenbesetzter Giebelleiste, eine Kreuzblume flankierdend
gelb glasiert, Dieburg, um 1380

Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Kranzkachel mit nasenbesetztem Dreiecksgiebel vom Typ Tannenberg mit krabbenbesetzter Giebelleiste, eine Kreuzblume flankierdend , gelb glasiert, Dieburg, um 1380, Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Kranzkachel vom Typ Tannenberg mit Zinnenkranz mit Glockenblumen, gelb glasiert, Dieburg, ca. 1380, Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Kranzkachel vom Typ Tannenberg mit Zinnenkranz mit Glockenblumen
gelb glasiert, Dieburg, ca. 1380

Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Kranzkachel vom Typ Tannenberg mit Zinnenkranz mit Glockenblumen, gelb glasiert, Dieburg, ca. 1380, Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Nischenkachel mit nasenbesetztem Kielbogen mit steigendem Löwen und rautiertem Wappenschild in den Zwickeln, grün glasiert, Anfang 15. Jh., Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Nischenkachel mit nasenbesetztem Kielbogen mit steigendem Löwen und rautiertem Wappenschild in den Zwickeln
grün glasiert, Anfang 15. Jh.

Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Nischenkachel mit nasenbesetztem Kielbogen mit steigendem Löwen und rautiertem Wappenschild in den Zwickeln, grün glasiert, Anfang 15. Jh., Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Nischenkachel mit nasenbesetztem Kielbogen mit Wappenschilden mit einem Greifen und einem steigenden Löwen in den Zwickeln, grün glasiert, Anfang 15. Jh., Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Nischenkachel mit nasenbesetztem Kielbogen mit Wappenschilden mit einem Greifen und einem steigenden Löwen in den Zwickeln
grün glasiert, Anfang 15. Jh.

Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Nischenkachel mit nasenbesetztem Kielbogen mit Wappenschilden mit einem Greifen und einem steigenden Löwen in den Zwickeln, grün glasiert, Anfang 15. Jh., Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Nischenkachel mit nasenbesetztem Kielbogen mit zwei einander zugewendeten Vögeln neben Rosen in den Zwickeln, grün glasiert, Anfang 15. Jh., Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Nischenkachel mit nasenbesetztem Kielbogen mit zwei einander zugewendeten Vögeln neben Rosen in den Zwickeln
grün glasiert, Anfang 15. Jh.

Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Nischenkachel mit nasenbesetztem Kielbogen mit zwei einander zugewendeten Vögeln neben Rosen in den Zwickeln, grün glasiert, Anfang 15. Jh., Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Nischenkachel mit krabbenbesetztem Kielbogen vor Lanzettfensterne sowie mit einem reliefierten, rankenbesetzten Halbzylinder, grün glasiert, ca. 1420, Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Nischenkachel mit krabbenbesetztem Kielbogen vor Lanzettfensterne sowie mit einem reliefierten, rankenbesetzten Halbzylinder
grün glasiert, ca. 1420

Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Nischenkachel mit krabbenbesetztem Kielbogen vor Lanzettfensterne sowie mit einem reliefierten, rankenbesetzten Halbzylinder, grün glasiert, ca. 1420, Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Nischenkachel mit doppeltem Kielbogen zwischen Wimpergen, grün glasiert, 2. Hälfze 15. Jh., Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Nischenkachel mit doppeltem Kielbogen zwischen Wimpergen
grün glasiert, 2. Hälfte 15. Jh.

Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Nischenkachel mit doppeltem Kielbogen zwischen Wimpergen, grün glasiert, 2. Hälfze 15. Jh., Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer oxidierend gebrannten Napfkachel mit scharf abgeschnittener Mündung, unglasiert, 15. Jh., Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer oxidierend gebrannten Napfkachel mit scharf abgeschnittener Mündung
unglasiert, 15. Jh.

Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer oxidierend gebrannten Napfkachel mit scharf abgeschnittener Mündung, unglasiert, 15. Jh., Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Nischenkachel mit geschlossenem Vorsatzblatt und mit dem kurpfäzischen Wappen unter einem spätgotischen Kreuzgewölbe, grün glasiert, ausgehendens 15. Jh., Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Nischenkachel mit geschlossenem Vorsatzblatt und mit dem kurpfäzischen Wappen unter einem spätgotischen Kreuzgewölbe
grün glasiert, ausgehendens 15. Jh.

Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Nischenkachel mit geschlossenem Vorsatzblatt und mit dem kurpfäzischen Wappen unter einem spätgotischen Kreuzgewölbe, grün glasiert, ausgehendens 15. Jh., Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Blattkachel mit dem Halbbild des Kurfürsten Ludwig V. zu Rhein (1508-1544), grün glasiert, Anfang 16. Jh., Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Blattkachel mit dem Halbbild des Kurfürsten Ludwig V. zu Rhein (1508-1544)
grün glasiert, Anfang 16. Jh.

Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Blattkachel mit dem Halbbild des Kurfürsten Ludwig V. zu Rhein (1508-1544), grün glasiert, Anfang 16. Jh., Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Blattkachel mit dem kurpfälzischem Wappen unter hornblasenden Putten und der Imprese von Kurfürst Ottheinrich, grün glasiert, nach 1557, Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Blattkachel mit dem kurpfälzischem Wappen unter hornblasenden Putten und der Imprese von Kurfürst Ottheinrich
grün glasiert, nach 1557

Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Blattkachel mit dem kurpfälzischem Wappen unter hornblasenden Putten und der Imprese von Kurfürst Ottheinrich, grün glasiert, nach 1557, Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Blattkachel der Serie der Sieben freien Künste nach Beham mit der Allegorie der Musik in Form einer orgelspielenden Frau, grün glasiert, letztes Drittel 16. Jh., Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Blattkachel der Serie der Sieben freien Künste nach Beham mit der Allegorie der Musik in Form einer orgelspielenden Frau
grün glasiert, letztes Drittel 16. Jh.

Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Blattkachel der Serie der Sieben freien Künste nach Beham mit der Allegorie der Musik in Form einer orgelspielenden Frau, grün glasiert, letztes Drittel 16. Jh., Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Blattkachel mit dem kurpfälzischen Wappen und der Inschrift "HERZVG FRIDRICH (P)AL(Z)GRAF 1586 dunkelbraun glasiert, Ende 16. Jh., Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Blattkachel mit dem kurpfälzischen Wappen und der Inschrift "HERZVG FRIDRICH (P)AL(Z)GRAF 1586
dunkelbraun glasiert, Ende 16. Jh.

Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Blattkachel mit dem kurpfälzischen Wappen und der Inschrift "HERZVG FRIDRICH (P)AL(Z)GRAF 1586 dunkelbraun glasiert, Ende 16. Jh., Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer konkaven Blattkachel mit Tapetendekor mit Granatapfelmuster, dunkelbraun glasiert, Ende 16. Jh., Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer konkaven Blattkachel mit Tapetendekor mit Granatapfelmuster
dunkelbraun glasiert, Ende 16. Jh.

Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer konkaven Blattkachel mit Tapetendekor mit Granatapfelmuster, dunkelbraun glasiert, Ende 16. Jh., Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment des Innenfelds einer Blattkachel mit Groteske, duneklbraun glasiert, Anfang 17. Jh., Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment des Innenfelds einer Blattkachel mit Groteske
duneklbraun glasiert, Anfang 17. Jh.

Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment des Innenfelds einer Blattkachel mit Groteske, duneklbraun glasiert, Anfang 17. Jh., Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Blattkachel mit einem Schiff, polychrom glasiert, erste Hälfte 17. Jh., Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Blattkachel mit einem Schiff
polychrom glasiert, erste Hälfte 17. Jh.,

Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Blattkachel mit einem Schiff, polychrom glasiert, erste Hälfte 17. Jh., Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Eckkkachel mit Vasendekor, polychrom glasiert, erste Hälfte 17. Jh., Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Eckkkachel mit Vasendekor
polychrom glasiert, erste Hälfte 17. Jh.

Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment einer Eckkkachel mit Vasendekor, polychrom glasiert, erste Hälfte 17. Jh., Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment eines Ofenfußes vor und nach der Restaurierung, dunkelbraun glasiert, um 1600, Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment eines Ofenfußes vor und nach der Restaurierung
dunkelbraun glasiert, um 1600

Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment eines Ofenfußes vor und nach der Restaurierung, dunkelbraun glasiert, um 1600, Heidelberg, Kurpfälzisches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment eines Ofenfußes in Gestalt eines Balusters mit Beschlagwerk, Medaillon mit Löwen mit Ring im Maul, rot behautet, Anfang 17. Jh., Heidelberg, Kurpfälzosches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment eines Ofenfußes in Gestalt eines Balusters mit Beschlagwerk, Medaillon mit Löwen mit Ring im Maul
rot behautet, Anfang 17. Jh.

Heidelberg, Kurpfälzosches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt
Fragment eines Ofenfußes in Gestalt eines Balusters mit Beschlagwerk, Medaillon mit Löwen mit Ring im Maul, rot behautet, Anfang 17. Jh., Heidelberg, Kurpfälzosches Museum, urspr. Heidelberg, Kornmarkt


Weiterführende Literatur:

B. Dubbe, De kacheloven in onze gewesten, Lochem 1966.
Jakob von Hefner, Die Burg Tannenberg und ihre Ausgrabungen, Frankfurt a.M. 1850.
Berndmark Heukemes, Archäologische Beobachtungen im Erweiterungsgebiet des Kurpfälzischen Museums, in: Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 1986, S. 289.
ders., Weitere archäologische Beobachtungen im Erweiterungsgebiet des Kurpfälzischen Museums in Heidelberg, in: Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 1987, S. 294.
Klaus Kilian, Freilegung der Hinterburg von Eberbach. Keramik und Kleinfunde, in: Eberbacher Geschichtsblätter 63 (1964), S. 24-47.
Egon Schallmayer, Spätmittelalterliche und neuzeitliche Brunnenfunde aus Rödermark – Ober-Roden, Krs. Offenbach a.M., in: Stadt und Kreis Offenbach a.M. N.F.7 (1976) S. 29-52.
Jürg Tauber, Herd und Ofen im Mittelalter (Schweizer Beiträge zur Kulturgeschichte und Archäologie des Mittelalters 7), Olten / Freiburg i.Br. 1980.
Ingeborg Unger, Kölner Ofenkacheln. Die Bestände des Museums für Angewandte Kunst und des Kölnischen Stadtmuseums, Köln 1988.


*Überarbeitetes, unpubliziertes Manuskript eines Vortrags von Harald Rosmanitz im Rahmen des Begleitprogramms zu Ausstellung “Vor dem grossen Brand. Archäologie zu Füßen des Heidelberger Schlosses” 1991.