Galerie: Eine Kachel aus der Serie der Freien Künste nach Pencz aus Sinsheim

Fragment einer Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Astrologie in einem Rahmen mit Muschelwerk haltenden Putten in den Zwickeln (Typ 1), grün glasiert, letztes Drittel 16. Jh., H. 5,5, cm, Br. 6,5 cmDas Kachelfragment aus dem Heimatmuseum in Sinsheim zeigt den oberen Abschluss einer Rahmenarchitektur. Auf dem schmalen Bogen sitzen zwei geflügelte Putten, die in der Scheitelzone eine Muschel halten. Das Innenfeld weist einen nach rechts gewendeten Frauenkopf auf, der auf ein scheibenförmiges Messgerät blickt. Es kann als Astrolabium angesprochen werden, mit dessen Hilfe Zeitbestimmung, Horizontal- und Vertikalmessungen, sowie die Erstellung von Horoskopen möglich war.1

Vergleichsstücke aus Baden-Baden, Stuttgart, München, Nürnberg, Obernzell, Ravensburg und Ulm ermöglichen eine vollständige Rekonstruktion des Innenfeldes. Es zeigte eine nach rechts blickende, sitzende Frau, die sich mit ihrem linken Arm auf einen Globus stützt. Der rechte Arm weist nach oben. Neben ihr liegt ein Stechzirkel. Zu ihrer Linken steht auf einem Podest ein Putto. Er hält das erwähnte Astrolabium mit beiden Händen vor das Gesicht der Frau. Die Sockelzone des Podestes trägt die Jahreszahl 1588 und die Signatur VF.2

Rekonstruktion des Sinsheimer Fragments auf der Grundlage eines Ofenkachelmodels aus den Beständen des Bayerischen Nationalmuseums in MünchenZwei Putten ein den Zwickeln halten in ihren Händen ein Muschelwerk, das über dem Bogenscheitel zum Liegen kommt. Der hochrechteckige Rahmen besitzt einen auffallend hohen, mit einem Löwenkopf besetzten Sockel.3 Er weist deutliche Bezüge zu den Rahmen der Serie mit den reitenden Kurfürsten auf, wobei dort die Zwickel mit Palmwedel und Lorbeerkranz haltenden Putten besetzt sind.4 Kacheln aus der Serie der Sieben Freien Künste nach Pencz in diesem Rahmen sind für Eschelbronn, Freiburg i. Br., Schloss Hallwil (CH), Lörrach, München, Ravensburg, Schwäbisch Hall, Sinsheim und Stuttgart nachgewiesen. Eine Variante des Kachelrahmens mit den Muschelwerk haltenden Putten stammt aus Weißenburg im Elsaß. Dort verkürzte man die Kachel unter Weglassung der hohen Sockelzone erheblich und brachte das gesamte Kachelblatt in ein annähernd quadratisches Format.

 

 

 Für Süd- und Südwestdeutschland lassen sich zusammen mit der oben beschriebenen Rahmung vier Typen ermittel, die in insgesamt sechs Varianten vorliegen:

T yp 1 (Verbreitungskarte: Raute)
Hochrechteckige Blattkachel mit einer Arkade mit Löwenkopf im Sockel, kandelaberbesetzten Pfeilern und einer Muschel im Bogenscheitel, die von zwei Engeln in den Zwickeln gehalten wird.
Eine Spielart (Typ 1a) weist mit Löwenköpfen besetzte Sockel unter kannelierten Pfeilern auf. Die Gesimse sind nicht als Kapitelle ausgearbeitet, sondern mit Blüten besetzt5 weist über blütenbesetzten Sockeln mit Nischen besetzte Pfeiler auf. Die Gesimszone ist ebenfalls mit Blüten ausgeschmückt.

Typ 2 (Verbreitungskarte: Quadrat)
Quadratische Blattkachel mit einer Arkade mit löwenkopfbesetzten Sockeln unter Pfeilern mit vorgesetzten, antik gekleideten Wächtern, jeweils unter einem Gesims, das mit einem geflügelten Puttenkopf besetzt ist. Über einem Architrav mit der Jahreszahl 1588 erkennt man im Bogenscheitel einen Puttenkopf, welcher von zwei antithetischen, nach außen schreitenden löwen flankiert wird (Verbreitungskarte: Quadrat). Eine etwas einfacher gebildete Spielart (Typ 2a) weist über blütenbesetzten Sockeln mit Nischen besetzte Pfeiler auf. Die Gesimszone ist ebenfalls mit Blüten ausgeschmückt.

Typ 3 (Verbreitungskarte: Dreieck)
Quadratische Blattkachel mit einer Arkade mit doppelbalusterbesetzten Pfeilern, glattem Wappenschild im Bogenscheitel, sowie mit antithetischen Eulen mit gespreizten Flügeln in den Zwickeln6

Typ 4
Quadratische Blattkachel mit einer Arkade mit punktbuckelbesetzter Sockelzone unter Pfeilern mit Lisenen mit leicht rautierter Oberfläche, darüber mit Löwenköpfen besetzte Gesimse, perlenbesetzter Bogenlaibung und akanthusblattbesetzter Archivolte sowie mit geflügelten Puttenköpfen in den Zwickeln

Verbreitungskarte der Ofenkeramik der Serie der Freien Künste nach Pencz. Quadrat: Zickel mit Löwen, Dreieck: Zwickel mit Eulen, Sechseck: Zwickel mit muschelwerkhaltenden Putten. Karte: J. Jung, Spessart-GISDie Serie der Freien Künste nach Georg Pencz war, wie Reliefs in Böhmen und Polen verdeutlichen, in Entsprechung zu vergleichbaren Bildfolgen aus der Werkstatt von Lukas Cranach und Hans Sebald Beham europaweit verbreitet. Die Serie widerlegt damit deutlich die Stringenz der von den Nestoren der Kachelforschung wie Walcher von Moltheim oder Strauss immer wieder bei der Abgrenzung von Verbreitungsgebieten ins Feld geführten “Kachelregionen”. Ein Produktionsschwerpunkt ist ebenfalls nicht auszumachen. Rezipierende Werkstätten und Ortshafnereien führten die Bildfolge gerne in ihrem Sortiment. Auf die Vollständigkeit der Serie wurde dem archäologischen Kontext zufolge kein Wert gelegt. Eine Aufsplittung des Verbreitungsgebietes in Hinblick auf die Verwendung der einzelnen Rahmenformen ist auf der Grundlage der vorliegenden Kartierung ebenfalls nicht möglich. Die Rahmentypen 1 bis 3 scheinen vielmehr allesamt in etwa gleichem Maße beliebt und für den Hafner verfügbar gewesen zu sein. Nur in einem Fall, im Falle von Schloss Burk in Thüringen, lässt ich der Einbau des Penczschen Serie für ein exklusives Wohnmilieu belegen.7 Bei weiteren Adelssitzen wie der Burg Rötteln oder der Hardenburg waren die Reliefs in Öfen eingebaut, die an weniger repräsentativen Orten wie Küchen- oder Verwaltungstrakten standen. Die Kachelreliefs kamen vornehmlich in der bürgerlichen guten Stube zum Einsatz.

Als Vorlage für das Sinsheimer Innenfeldrelief diente eine Kupferstichfolge des Nürnberger Kleinmeisters Georg Pencz (um 1500 – 1550). Die Sockelzone unter dem stehenden Putto trägt sein Künstlermonogramm PG. Der Kupferstich weicht nur unwesentlich von der Umsetzung in das Relief ab. So handelt es sich bei dem astronomischen Messgerät um einen drittelkreisförmigen Sonnenquadranten zur Berechnung der Sonnen- und Planetenstunden. Der Zeigegestus erhält bei der graphischen Vorlage einen Sinn. Dort spielt sich die Szene in einem Innenraum ab. Ein Fenster hinter der Frau gibt den Blick auf einen Sternenhimmel frei, auf den sie mit ihrem angewinkelten Arm weist.

Serie der Freien Künste nach Georg Pencz: Grammatik (1)
Serie der Freien Künste nach Georg Pencz: Dialektik (2)
Serie der Freien Künste nach Georg Pencz: Rhetorik (3)
Serie der Freien Künste nach Georg Pencz: Arithmetik (4)
Serie der Freien Künste nach Georg Pencz: Musik (5)
Serie der Freien Künste nach Georg Pencz: Geometrie (6)
Serie der Freien Künste nach Georg Pencz: Astrologie (7)

Die Astrologie gehört zu den Sieben Freien Künsten: Grammatik, Dialektik, Rhetorik, Arithmetik, Musik, Geometrie und Astrologie. Die mit der Astrologie vorgetragene Lehrmeinung von der Vorausbestimmbarkeit des menschlichen Schicksals beruht auf der Annahme eines inneren Zusammenhangs von Makrokosmos und Mikrokosmos. Unter Hinzuziehung neuster mathematischer Messinstrumente bemühte man sich in der Renaissance, die astrologische Rechenkunst zu verfeinern, um mit Hilfe der Konstellation der Gestirne möglichst präzise Vorhersagen treffen zu können.

Serie der Freien Künste nach Georg Pencz: Grammatik (1)
(Ladenburg, Lobdengaumuseum)
Serie der Freien Künste nach Georg Pencz: Dialektik (2)
(Stuttgart, Württembergisches Landesmuseum)
Serie der Freien Künste nach Georg Pencz: Rhetorik (3), Typ 1
(München, Bayerisches Nationalmuseum)
Serie der Freien Künste nach Georg Pencz: Rhetorik (3), Typ 2
(Bozen, Stadtmuseum)
Serie der Freien Künste nach Georg Pencz: Arithmetik (4)
(Rothenburg o.T., Privatbesitz)
Serie der Freien Künste nach Georg Pencz: Musik (5)
(Bozen, Stadtmuseum)
Serie der Freien Künste nach Georg Pencz: Geometrie (6)
(Bozen, Stadtmuseum)
Serie der Freien Künste nach Georg Pencz: Astrologie (7)
(Ulm, Stadtmuseum)

Bereits Rosemarie Franz charakterisierte die Darstellung in der vorliegenden Form als “derb in der Modellierung”8 und wies ihr einen volkstümlichen Charakter zu. Dieser Eindruck bestätigt sich beim Vergleich mit einer Kölner und Speyrer Serie der sieben freien Künste nach Hans Sebald Beham.9 Als Ursache kann in erster Linie auf die reichhaltige Rahmenarchitektur verwiesen werden. Das Auge des Betrachters verzettelt sich in der Analyse der Löwenköpfe und Zwickeldekore. Das Innenfeld degeneriert zu einem Bestandteil eines dichten Dekorbesatzes.

In zwei Fällen ist die Umnutzung des Kacheldekors mit der Serie der Freien Künste nach Pencz nachgewiesen, und zwar als Zierde eines Wasserkasten eines Wandbrunnens und als Gebäckmodel.

Fragment einer Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Astrologie in einem Rahmen mit Muschelwerk haltenden Putten in den Zwickeln (Typ 1), grün glasiert, letztes Drittel 16. Jh., H. 5,5, cm, Br. 6,5 cm
Fragment einer Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Astrologie in einem Rahmen mit Muschelwerk haltenden Putten in den Zwickeln (Typ 1)
grün glasiert, letztes Drittel 16. Jh., H. 5,5, cm, Br. 6,5 cm

Sinsheim, Museum
Fragment einer Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Astrologie in einem Rahmen mit Muschelwerk haltenden Putten in den Zwickeln (Typ 1), grün glasiert, letztes Drittel 16. Jh., H. 5,5, cm, Br. 6,5 cm
Model einer Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Geometrie in einem Rahmen mit löwenkopfbesetztem Sockel sowie Muschelwerk haltenden Putten in den Zwickeln (Typ 1), unglasiert, letztes Drittel 16. Jh., Stuttgart, Württembergisches Landesmuseum
Model einer Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Geometrie in einem Rahmen mit löwenkopfbesetztem Sockel sowie Muschelwerk haltenden Putten in den Zwickeln (Typ 1)
unglasiert, letztes Drittel 16. Jh.

Stuttgart, Württembergisches Landesmuseum
Model einer Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Geometrie in einem Rahmen mit löwenkopfbesetztem Sockel sowie Muschelwerk haltenden Putten in den Zwickeln (Typ 1), unglasiert, letztes Drittel 16. Jh., Stuttgart, Württembergisches Landesmuseum
Fragment einer Blattkachel mit der Allegorie der Grammatik aus der Serie der der sieben freien Künste nach Georg Pencz (Typ 1), grün glasiert, letztes Drittel 16. Jahrhundert, Landenburg, Lobdengau-Museum
Fragment einer Blattkachel mit der Allegorie der Grammatik aus der Serie der der sieben freien Künste nach Georg Pencz (Typ 1)
grün glasiert, letztes Drittel 16. Jahrhundert

Landenburg, Lobdengau-Museum
Fragment einer Blattkachel mit der Allegorie der Grammatik aus der Serie der der sieben freien Künste nach Georg Pencz (Typ 1), grün glasiert, letztes Drittel 16. Jahrhundert, Landenburg, Lobdengau-Museum
Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Geometrie in einem Rahmen mit Muschelwerk haltenden Putten (Typ 1). dunkelbraun glasiert, letztes Drittel 16. Jh., H. 18,0 cm, Br. 16,0 cm, Weißenburg i. Elsass, Museum
Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Geometrie in einem Rahmen mit Muschelwerk haltenden Putten (Typ 1)
dunkelbraun glasiert, letztes Drittel 16. Jh., H. 18,0 cm, Br. 16,0 cm

Weißenburg i. Elsass, Museum
Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Geometrie in einem Rahmen mit Muschelwerk haltenden Putten (Typ 1). dunkelbraun glasiert, letztes Drittel 16. Jh., H. 18,0 cm, Br. 16,0 cm, Weißenburg i. Elsass, Museum
Blattkachel mit der Allegorie der Musikaus der Serie der der sieben freien Künste nach Georg Pencz (Typ 1a), grün glasiert (?), Letztes Drittel 16. Jahrhundert, ehem. Darmstadt, Hessisches Landesmuseum, Weltkriegsverlust (aus: Konrad Strauss, Die Kachelkunst des 15. und 16. Jahrhunderts in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Skandinavien. II.Teil, Basel 1972, Taf. 166.5)
Blattkachel mit der Allegorie der Musikaus der Serie der der sieben freien Künste nach Georg Pencz (Typ 1a)
grün glasiert (?), Letztes Drittel 16. Jahrhundert

ehem. Darmstadt, Hessisches Landesmuseum, Weltkriegsverlust (aus: Konrad Strauss, Die Kachelkunst des 15. und 16. Jahrhunderts in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Skandinavien. II.Teil, Basel 1972, Taf. 166.5)
Blattkachel mit der Allegorie der Musikaus der Serie der der sieben freien Künste nach Georg Pencz (Typ 1a), grün glasiert (?), Letztes Drittel 16. Jahrhundert, ehem. Darmstadt, Hessisches Landesmuseum, Weltkriegsverlust (aus: Konrad Strauss, Die Kachelkunst des 15. und 16. Jahrhunderts in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Skandinavien. II.Teil, Basel 1972, Taf. 166.5)
Fragment einer Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Musik in einem Rahmen mit Wächtern und sitzenden Löwen (Typ 2). dunkelbraun glasiert, letztes Drittel 16. Jh., H. 23,5 cm, Br. 22,0 cm, Speyer, Historisches Museum der Pfalz, urspr. Kloster Otterberg
Fragment einer Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Musik in einem Rahmen mit Wächtern und sitzenden Löwen (Typ 2)
dunkelbraun glasiert, letztes Drittel 16. Jh., H. 23,5 cm, Br. 22,0 cm

Speyer, Historisches Museum der Pfalz, urspr. Kloster Otterberg
Fragment einer Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Musik in einem Rahmen mit Wächtern und sitzenden Löwen (Typ 2). dunkelbraun glasiert, letztes Drittel 16. Jh., H. 23,5 cm, Br. 22,0 cm, Speyer, Historisches Museum der Pfalz, urspr. Kloster Otterberg
Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Musik in einem Rahmen mit Wächtern und sitzenden Löwen (Typ 2), unglasiert, datiert 1588, H. 21,0 cm, Br. 20,0 cm, Schwäbisch Hall, Hällisch-Fränkisches Museum
Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Musik in einem Rahmen mit Wächtern und sitzenden Löwen (Typ 2)
unglasiert, datiert 1588, H. 21,0 cm, Br. 20,0 cm

Schwäbisch Hall, Hällisch-Fränkisches Museum
Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Musik in einem Rahmen mit Wächtern und sitzenden Löwen (Typ 2), unglasiert, datiert 1588, H. 21,0 cm, Br. 20,0 cm, Schwäbisch Hall, Hällisch-Fränkisches Museum
Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Astronomie in einem Rahmen mit Wächtern und sitzenden Löwen (Typ 2), grün glasiert, letztes Drittel 16. Jh., H. 21,0 cm, Br. 20,0 cm, Ulm, Museum
Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Astronomie in einem Rahmen mit Wächtern und sitzenden Löwen (Typ 2)
grün glasiert, letztes Drittel 16. Jh., H. 21,0 cm, Br. 20,0 cm

Ulm, Museum
Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Astronomie in einem Rahmen mit Wächtern und sitzenden Löwen (Typ 2), grün glasiert, letztes Drittel 16. Jh., H. 21,0 cm, Br. 20,0 cm, Ulm, Museum
Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Geometrie in einem Rahmen mit Wächtern und sitzenden Löwen (Typ 2), grün glasiert, letztes Drittel 16. Jh., H. 21,0 cm, Br. 20,0 cm Hechingen, Städtisches Museum
Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Geometrie in einem Rahmen mit Wächtern und sitzenden Löwen (Typ 2)
grün glasiert, letztes Drittel 16. Jh., H. 21,0 cm, Br. 20,0 cm

Hechingen, Städtisches Museum
Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Geometrie in einem Rahmen mit Wächtern und sitzenden Löwen (Typ 2), grün glasiert, letztes Drittel 16. Jh., H. 21,0 cm, Br. 20,0 cm Hechingen, Städtisches Museum
Model einer Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Rhetorik in einem Rahmen mit Wächtern und sitzenden Löwen in den Zwickeln (Typ 2), unglasiert, letztes Drittel 16. Jh., H. 19,5 cm, Br. 18,5 cm, Schwäbisch Hall, Hällisch-Fränkisches Museum
Model einer Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Rhetorik in einem Rahmen mit Wächtern und sitzenden Löwen in den Zwickeln (Typ 2)
unglasiert, letztes Drittel 16. Jh., H. 19,5 cm, Br. 18,5 cm

Schwäbisch Hall, Hällisch-Fränkisches Museum
Model einer Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Rhetorik in einem Rahmen mit Wächtern und sitzenden Löwen in den Zwickeln (Typ 2), unglasiert, letztes Drittel 16. Jh., H. 19,5 cm, Br. 18,5 cm, Schwäbisch Hall, Hällisch-Fränkisches Museum
Fragment einer Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Arithmetik in einem Rahmen mit Heiligen (?) und sitzenden Löwen, (Typ 2), graphitiert, letzes Drittel 16. Jh., Stuttgart, Württembergisches Landesmuseum
Fragment einer Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Arithmetik in einem Rahmen mit Heiligen (?) und sitzenden Löwen,  (Typ 2)
graphitiert, letzes Drittel 16. Jh.

Stuttgart, Württembergisches Landesmuseum
Fragment einer Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Arithmetik in einem Rahmen mit Heiligen (?) und sitzenden Löwen, (Typ 2), graphitiert, letzes Drittel 16. Jh., Stuttgart, Württembergisches Landesmuseum
Model einer Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Arithmetik in einem Rahmen mit Heiligen (?) und sitzenden Löwen, (Typ 2), unglasiert, letzes Drittel 16. Jh., Rothenburg o.T., Privatbesitz
Model einer Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Arithmetik in einem Rahmen mit Heiligen (?) und sitzenden Löwen,  (Typ 2)
unglasiert, letzes Drittel 16. Jh.

Rothenburg o.T., Privatbesitz
Model einer Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Arithmetik in einem Rahmen mit Heiligen (?) und sitzenden Löwen, (Typ 2), unglasiert, letzes Drittel 16. Jh., Rothenburg o.T., Privatbesitz
Fragment einer Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Grammatik in einem Rahmen mit sitzenden Löwen in den Zwickeln (Typ 2a), grün glasiert, letzes Drittel 16. Jh., Stuttgart, Württembergisches Landesmuseum
Fragment einer Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Grammatik in einem Rahmen mit sitzenden Löwen in den Zwickeln (Typ 2a)
grün glasiert, letzes Drittel 16. Jh.

Stuttgart, Württembergisches Landesmuseum
Fragment einer Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Grammatik in einem Rahmen mit sitzenden Löwen in den Zwickeln (Typ 2a), grün glasiert, letzes Drittel 16. Jh., Stuttgart, Württembergisches Landesmuseum
Über Eck geführte Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Dialektik in einem Rahmen mit Greifen mit ausgebreiteten Flügeln in den Zwickeln (Typ 3), grün glasiert, letzes Drittel 16. Jh., H. 20,0 cm, Br. 19,0 cm, Baden-Baden, Stadtmuseum
Über Eck geführte Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Dialektik in einem Rahmen mit Greifen mit ausgebreiteten Flügeln in den Zwickeln (Typ 3)
grün glasiert, letzes Drittel 16. Jh., H. 20,0 cm, Br. 19,0 cm

Baden-Baden, Stadtmuseum
Über Eck geführte Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Dialektik in einem Rahmen mit Greifen mit ausgebreiteten Flügeln in den Zwickeln (Typ 3), grün glasiert, letzes Drittel 16. Jh., H. 20,0 cm, Br. 19,0 cm, Baden-Baden, Stadtmuseum
Model einer Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Geometrie in einem Rahmen mit geflügelten Puttenköpfen in den Zwickeln Typ 4), unglasiert, letztes Drittel 16. Jh., Stuttgart, Württembergisches Landesmuseum
Model einer Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Geometrie in einem Rahmen mit geflügelten Puttenköpfen in den Zwickeln Typ 4)
unglasiert, letztes Drittel 16. Jh.

Stuttgart, Württembergisches Landesmuseum
Model einer Blattkachel aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Geometrie in einem Rahmen mit geflügelten Puttenköpfen in den Zwickeln Typ 4), unglasiert, letztes Drittel 16. Jh., Stuttgart, Württembergisches Landesmuseum
Wasserblase mit aufgelegtem Kachelrelief aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Astrologie in einem Rahmen mit Wächtern und sitzenden Löwen (Typ 2), gelb glasiert, letztes Drittel 16. Jh., H. 22,0 cm, Br. 15,0 cm, Stuttgart, Württembergisches Landesmuseum
Wasserblase mit aufgelegtem Kachelrelief aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Astrologie in einem Rahmen mit Wächtern und sitzenden Löwen (Typ 2)
gelb glasiert, letztes Drittel 16. Jh., H. 22,0 cm, Br. 15,0 cm

Stuttgart, Württembergisches Landesmuseum
Wasserblase mit aufgelegtem Kachelrelief aus der Serie der sieben freien Künste nach Georg Pencz mit der Allegorie der Astrologie in einem Rahmen mit Wächtern und sitzenden Löwen (Typ 2), gelb glasiert, letztes Drittel 16. Jh., H. 22,0 cm, Br. 15,0 cm, Stuttgart, Württembergisches Landesmuseum
Fragment eines Backmodel mit der Allegorie der Geometrie aus der Serie der der sieben freien Künste nach Georg Pencz (Typ 1), unglasiert, letztes Drittel 16. Jh., H. 8,5 cm, Br. 9,7 cm, Frankfurt/Main, Archäologisches Museum
Fragment eines Backmodel mit der Allegorie der Geometrie aus der Serie der der sieben freien Künste nach Georg Pencz (Typ 1)
unglasiert, letztes Drittel 16. Jh., H. 8,5 cm, Br. 9,7 cm

Frankfurt/Main, Archäologisches Museum
Fragment eines Backmodel mit der Allegorie der Geometrie aus der Serie der der sieben freien Künste nach Georg Pencz (Typ 1), unglasiert, letztes Drittel 16. Jh., H. 8,5 cm, Br. 9,7 cm, Frankfurt/Main, Archäologisches Museum

 

Weiterführende Literatur:

Dorothee Ade-Rademacher, Susanne Mück, Mach Krueg, Haeffen, Kachel und Scherbe. Funde aus einer Ravensburger Hafnerwerkstatt vom 16. bis 19. Jahrhundert (Archäologische Informationen aus Baden-Württemberg 11), Stuttgart 1989, S. 16-18.
Daniela U. Ball, Hinter dem Ofen ist mir wohl. Kacheln und Öfen aus dem Aargau. 14. bis 19. Jahrhundert. Lenzburg 1995, S. 20.
Gertrud Benker u. Herbert Hagn, Historische Kacheln und Model vom Spätmittelalter bis zum Jugendstil. Die Sammlung der Staatlichen Fachschule für Keramik Landshut. Landshut 2002, S. 102-103, Kat. Nr. 173.
Willi Birkmaier u. Herbert Hagn, Hafnerhandwerk und Keramikfunde in Rosenheim. Quellen und Darstellungen zur Geschichte der Stadt und des Landkreises Rosenheim 14, S. 454-456.
Vladimír Brych u. Jan Rendek, Kachle doby gotické, renesanční a raně barokní. Výběrový katalog Národního muzea v Praze. [Stove tiles of gothic, renaissance and early-baroque period. Selective Catalogue of the National Museum in Prague]. 1. Aufl. Praha 2004, S. 173, Kat. Nr. 417 .
Rosemarie Franz, Der Kachelofen. Entstehung und kunstgeschichtliche Entwicklung vom Mittelalter bis zum Ausgang des Klassizismus (Forschungen und Berichte des Kunsthistorischen Institutes der Universität Graz 1), 2. Aufl., Graz 1981, Abb. 262.
Karl Frei, Karl (1931): Zur Geschichte der aargauischen Hafnerei des 15. bis 19. Jahrhunderts. Steckborner Öfen im Aargau. In: Anzeiger für Schweizerische Altertumskunde (N.F. 33) 1931, S.91, Abb. 12.
Eva Heller-Karneth u. Harald Rosmanitz, Alzeyer Kachelkunst der Renaissance und des Barock. Alzey 1990, S. 49, Abb. 36.
Matthias Henkel, Ofenkacheln in Hildesheim vom späten 13. bis zum 17. Jahrhunder. In: Karl Bernhard Kruse (Hg.): Küche, Keller, Kemenate. Alltagsleben auf dem Domhof um 1600. Ergebnisse der Grabungen an der Bernwardsmauer. Katalog zur Austellung der Kirchlichen Denkmalpflege in Zusammenarbeit mit dem Diözesan-Museum Hildesheim. Hildesheim 1990, S. 132-153 u. S.188-199, Kat.-Nr. 149-180.
Dietrich Lutz, Ofenkacheln aus Heilbronn und Umgebung. Heilbronn 1973 (Heilbronner Museumshefte, 3), S. 80-84, Kat. Nr. 29-30.
Marcin Majewski, Alegoria – religia – władza. Renesansowe kafle stargardzkie i ich wzory ikonograficzne. [Allegory – religion -authority. Renaissance tiles from Stargard and their iconographic patterns]. In: Maria Dąbrowska und Halina Karwowska (Hg.): Średniowieczne i nowożytne kafle. Regionalizm – podobieństwa – różnice. Białystok 2007, S. 73, Abb. 1.
Susanne Mück, Erhard Schmidt, Erhard (1989): Ofenkachelmodel aus dem Gebäude Marktstraße 36 in Ravensburg. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg. Nachrichtenblatt des Landesdenkmalamtes 18 (1989), S. 136, Abb. 14-17.
Ieva Ose, Podiņu krāsnis Kurzemes un Zemgales pilīs. 15. gs. beigas – 18. gs. sākums. [Kachelöfen der Burgen Kurlands und Semgallens. Ende des 15. – Anfang des 18. Jahrhunderts]. Rīga1996, S. 71f.
Ieva Ose, Musik und andere freie Künste auf Kacheln aus Lettland. In: Keramos. Zeitschrift der Gesellschaft der Keramikfreunde e.V. Düsseldorf 157 (1997), S. 49–54.
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Čeněk Pavlík, Michal Vitanovský, Michal (2004): Encyklopedie kachlů v Čechách, na Moravě a ve Slezsku. Ikonografický atlas reliéfů na kachlích gotiky a renesance. Praha 2004, Abb. 402 u. 665.
Hans Ramisch, Bodenfunde von Ofenkacheln des 16. und 17. Jahrhunderts aus Gerolzhofen, in: Jahrbuch der Bayerischen Denkmalpfelge 34 (1980), S. 136-137 u. 157-158.
Harald Rosmanitz, Kacheln aus dem Heimatmuseum Sinsheim. Überlegungen zur Bildersprache und Formenvielfalt reliefierter Ofenkeramik im Kraichgau. Kraichgaujahrbuch 13, 1993, 223-240.
Harald Rosmanitz, Evangelisten, Tugenden und ein Kurfürst. Bildersprache und Formenvielfalt frühbarocker Ofenkacheln. In: Albrecht Bedal und Isabella Fehle (Hg.): Hausgeschichten. Bauen und Wohnen im alten Hall und seiner Katharinenvorstadt ; eine Ausstellung des Hällisch-Fränkischen Museums, des Hochbauamtes und des Stadtarchivs Schwäbisch Hall ; [Ausstellung im Hällisch-Fränkischen Museum, in der Alten Löwenbrauerei und im Haus Lange Strasse 49 Schwäbisch Hall, 1. Mai bis 31. Juli 1994]. Sigmaringen 1994 (Kataloge des Hällisch-Fränkischen Museums Schwäbisch Hall, 8), S. 149–164.
Eva Steinberger, Eine Kachelreihe mit Darstellungen der Sieben Freien Künste als Zeugnis bürgerlicher Wohnkultur in Ingolstadt. In: Sammelblatt des Historischen Vereins Ingolstadt 108 (1999), S. 57–72.
Konrad Strauss, Die Kachelkunst des 15. und 16. Jahrhunderts in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Skandinavien. II.Teil. Basel 1972, Taf. 166.
Christian Tchirakadzé, Les fortifications urbaines de Montbéliard. La porte d’Aiguillon, XIVe – XVIIe siècles. In: Bulletin de la Société d’émulation de Montbéliard 114 (1992), S. 243, Abb. 27.
Bernd Thier, Die spätmittelalterliche und neuzeitliche Keramik des Elbe-Weser-Mündungsgebietes. Ein Beitrag zur Kulturgeschichte der Keramik. Diss. Univ. Freiburg (Breisgau). Oldenburg 1993 (Probleme der Küstenforschung im südlichen Nordseegebiet, 20), Taf. 136.3.
Günther Unteidig, Ein Kachelofen auf Schloss Burk, Thüringen. In: Harald Siebenmorgen (Hg.): Blick nach Westen. Keramik in Baden und im Elsass. Karlsruhe 2013, S. 343–347.
Milan Zápotocký, Katalog středověké keramiky severočeského Polabí. [Katalog der mittelalterlichen Keramik aus dem nordböhmischen Elbegebiet]. Praha 1979. Archeologický ústav ČSAV pracoviště Praha (Výzkumy v Čechách : Supplementum), Taf. 57.7-11.
Jaromir Žegklitz, Grafické a další předlohy motivů na renesančních kachlích z českého prostředí. Renesanční kachle jako prostředek šíření idejí a kultury doby reformace. [Prints and other artwork models for motifs on stove tiles in Bohemia. Renaissance stove tiles as an agent in the spread of Reformation ideas and culture]. In: Archeologické rozhledy 64 (2012), S. 290-292.

© Harald Rosmanitz, Partenstein 2006, überarbeitet und erweitert 2014 und 2015

  1. Kat. Braunschweig 1985, 593-594, Kat. Nr. 506.
  2. Zum Meister VF: Henkel 1990, S. 141-143.
  3. Vollständige Model werden im München, Bayerisches Nationalmuseum und Stuttgart, Württembergisches Landesmuseum aufbewahrt.
  4. Rosmanitz 1994, 159-161.
  5. Ehem. Darmstadt, Hessisches Landesmuseum (Strauss 1972, Taf. 266.5).
  6. Herbert Hagn sprach die Eulen in den Zwickeln in seinen Ausführungen zu vergleichbaren Kacheln aus Rosenheim als Greife an (Hagn1998, 455f.).
  7. Unteidig 2013, S. 343–347.
  8. Zit. Franz 1981, 89.
  9. Unger 1988, 122-128; Kat. Heidelberg 1992, 80-81.