Motive: Modelfund aus Esslingen

Fragment einer Probeabformung einer Blattkachel mit Samson als Löwenbezinger, Esslingen, Mitte 15. Jh., H. 19,5 cm, Br. 19,5 cm, Rastatt, Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg, Zentrales Fundarchiv, urspr. Esslingen, PliensaustrasseIn den vergangenen Jahren konnten in Süd- und Südwestdeutschland zahlreiche spätgotische Hafnerwerkstätten archäologisch nachgewiesen werden. Besonders hervorzuheben sind die Fertigungsstätten in Dresden1 und Ingolstadt2. Die Aufdeckungen sind eher dem Zufall geschuldet. Bis heute gibt es keine Bodenuntersuchung, die sich von Anfang an die Erschließung einer spätmittelalterlichen Hafnerei zum Ziel gesetzt hat. Die wenigsten Grabungsbefunde und -Funde in dem hier zur Debatte stehenden Kontext wurden vollständig vorgelegt. Themen wie Motivspektrum, Laufzeit oder Wirkmächtigkeit der jeweils vorgestellten Töpferei werden ebenso kaum behandelt wie die Frage des Austauschs der Töpfereien untereinander und des Dialogs zwischen Werkstatt und Verbraucher. Es ist dem mangelnden Aufarbeitungsstand geschuldet, wenn Aussagen wie folgender immer noch allgemeine Beachtung geschenkt wird: „Die Ofenkachel war ein Handelsartikel oder – einer anderen Auffassung zufolge – ein repräsentatives Geschenk, so daß die mit demselben Negativ gemodelten Produkte einer Werkstatt unter Umständen auch an mehrere hundert Kilometer entfernte Orte gelangten.“3 Im Geiste formt sich für den Leser solcher Zeilen die Vorstellung eines über und über mit Kacheln und/oder mit Modeln behängten Wanderhafners, der die undankbare Aufgabe übernommen hat, fern von der heimischen Werkstatt einen mit mehreren hunderten von Kacheln ausgestatteten Ofen zu gestalten.4

Erst auf der Grundlage von Materialvorlagen in der Art, wie sie Jean-Paul Minne für die mittelalterlichen Ofenkacheln des Elsass oder Julia Hallenkamp-Lumpe vornahmen, wird man der Motivdichte und der großen, flächendeckenden Verbreitung übereinstimmender Formen gewahr.5 Die spätgotischen Hafnereien in mittelalterlichen Kleinstädten wie Durlach, Ettlingen6 oder Neuenburg7 haben die Keramikproduktion parallel zur Kachelherstellung, der Anfertigung einfacher, scheibengedrehter Kacheln und den Nachweis von Patrizen gemeinsam. Durch die Patrizen unterscheidet sich die Produktion des 15. und beginnenden 16. Jahrhunderts wesentlich von den späteren Fertigungsabläufen, als ein Hafner seinen Modelbedarf fast ausschließlich über überregionale Märkte abdeckte. In der Spätgotik konnten entsprechende Bildideen auch in vergleichbar bescheidenen Werkstätten in Kachelreliefs umgesetzt werden.

Unter diesen Voraussetzungen kommt dem Modelkonvolut aus Esslingen am Neckar eine entscheidende Bedeutung zu. Das im Jahre 1994 dem Landesdenkmalamt Baden-Württemberg übergebene Fundensemble bildet mit seinen 66 Kacheln, Modeln, Patrizen und Probeabformungen den bislang größten südwestdeutschen spätgotischen Werkstattfund dieser Art. Er stammt vom Anwesen Pliensaustraße 9-11. Das Areal befindet sich in der bereits im Hochmittelalter umwehrten Pliensauvorstadt, die als Handwerkersiedlung dem eigentlichen Stadtzentrum Esslingens in Richtung des Überschwemmungsgebietes des Neckars vorgelagert ist. Ein Blick in die Urkundenbestände der Stadt zeigt, daß bereits am Ende des 14. Jahrhunderts ein Peter Hafner als Eigentümer des Anwesens genannt wird. Über welch qualitätvolle Kacheln die Stadt Esslingen damals verfügte, davon zeugen Fragmente eines reliefverzierten Kachelofens aus dem Bereich des Karmeliterklosters.8 Eine Urkunde aus der Mitte des 15. Jahrhunderts zeigt, daß das Anwesen auch zu diesem Zeitpunkt im Besitz eines Peter Haffner war. Baubegleitende Bodenuntersuchungen erbrachten auf dem Anwesen den Nachweis eines Brennofens, in dem unter anderem renaissancezeitliche Kacheln gefertigt wurden. Damit ist für das Haus zwischen dem ausgehenden 14. Jahrhundert und der Mitte des 16. Jahrhunderts sowohl urkundlich als auch über Realien ein Zusammenhang mit dem Töpferhandwerk nachgewiesen.

Der Esslinger Modelfund weicht in seiner Zusammensetzung erheblich von allen bislang in Südwestdeutschland bekannten, vergleichbaren Fundkomplexen ab.  Dies hängt in erster Linie mit den Umständen seiner Auffindung zusammen:

Nach Abschluß der Sanierungsarbeiten auf dem Anwesen Pliensaustraße 9-11, als keine Baueinstellung von Seiten der Archäologen mehr zu erwarten war, übergab man dem Landesdenkmalamt zwei Kisten mit den Funden. Nach Aussage des Architekten stammen sie aus der Vermauerung einer Nische. Die beschriebene Fundsituation ähnelt der von den Modeln aus der Steingasse in Salzburg.9 Möglicherweise wollte man mit dem Vermauern sicherstellen, daß kein anderer Hafner mit den Stücken weitere Kacheln produzierte.

Das Fehlen von Keramik- und Kachelfehlbränden sowie die auffallend scharfkantig geschnittenen Reliefs ohne Abnutzungsspuren legen nahe, daß man in Esslingen nicht nur auf die Herstellung von Kacheln und Gebrauchsgeschirr, sondern auf die Modelfertigung selbst spezialisiert gewesen sein dürfte. Für einen Modelschneider sprechen auch zwei Probeabdrücke und vier Patrizen, die zusammen mit den Modeln geborgen werden konnten. Vor ihrer Verfüllung waren fast alle Model zerschlagen und damit unbrauchbar gemacht worden.

Eine vollständig erhaltene Patrize weist streng geometrisches Maßwerk in Form einer Raute mit einziehenden Seiten auf. Das Relief wurde in eine dicke Keramikplatte geschnitzt. Um das Reißen beim Brennen zu verhindern, mußte die Patrize auf ihrer Rückseite mit dem Rundeisen abgearbeitet werden. Ein Bildschnitzer konnte solche Werkstücke mit geschulter Hand in verhältnismäßig kurzer Zeit anfertigen. Kachelfragmente aus dem Bereich des Denkendorfer Pfleghofs und von der Burg Wielandstein10 in der Peripherie der ehemaligen Reichsstadt Esslingen bestätigen, daß es sich bei der Patrize nicht um eine verworfene Ideenskizze handelt. Das Stück aus der Pliensaustraße stellt eine der wenigen erhaltenen Vorstufen zur Fertigung eines Kacheldekors, das sich auch im weit entfernten Ingolstadt großer Beliebtheit erfreute. So fanden sich sieben grün- oder unglasierte Fragmente mit dem Dekor im Werkstattbruch der Konviktstraße.11

Die Esslinger Model setzen sich aus einem Keramikblatt zusammen, das mit Hilfe eines groben Formentuchs auf die Patrize gedrückt wurde. In einem zweiten Arbeitsgang verstärkte man die Model durch eine weitere Tonschicht. Es folgte die Ausbesserung von Unschärfen und verschliffenen Graten. Die Negativformen haben auf der Rückseite einen umlaufenden Steg. Er verlieh dem Model, das beim Abformen großem Druck ausgesetzt war, zusätzliche Stabilität. Bei zwei Eckkacheln sind die Stege über die Seitenkanten hinausgeführt und abgeschrägt. Durch Holzdübel in eigens dafür vorgesehenen Zapflöchern in den Schrägen lassen sich die Eckstücke starr zusammenfügen, um aus dem zweiteiligen Model in einem Arbeitsgang eine über Eck geführte (Blatt)Kachel auszuformen. Eine solche Kachel kann nur bei auseinandergenommenem Model unbeschadet aus der Form gelöst werden. Normalerweise formte man die Seiten einer Eckkachel getrennt aus und verband sie erst in lederhartem Zustand miteinander. Durch die in Esslingen angewandte Technik ergibt sich die Möglichkeit zur Vermeidung unschöner Druckstellen im Eckbereich und rauchdurchlässiger Risse an den Stoßkanten.

Auf den Esslinger Modeln erkennt man einfache Diamantquaderbesätze, Rosetten, Rapportmuster und figürliche Darstellungen. Die Ornamentensprache ist homogen. Stilistische Abweichungen einzelner Model sind nicht feststellbar. Insgesamt nehmen die Ornamente deutlichen Bezug auf die oberrheinische Skulptur und Graphik aus dem letzten Drittel des 15. Jahrhunderts. Eine vergleichbare Formensprache findet sich in dem Werkstattbruch in der Rue Neuve 6 in Saverne.12

Etwa ein Drittel der Esslinger Model haben ein halbiertes Bildfeld. Dabei teilte der Hafner das ausgeformte, quadratische Model ohne Berücksichtigung des Bildaufbaus mit einem senkrechten Schnitt in zwei gleich große Hälften. Gelegentlich sind die halbierten Reliefs mit den für Eckleisten charakteristischen Diamantquadern kombiniert. Die halbierten Kacheln waren als Gestaltungsmittel für die Ecken nötig, da man die einzelnen Kachellagen in versetztem Verband übereinander anbrachte. Sie wurden in Ofenlehm gesetzt. Um die Bildfolge durch die aus statischen Gründen unentbehrlichen, halbierten Kacheln nicht zu beeinträchtigen, übernahm man auf den Eckstücken den Dekor der angrenzenden Kacheln.

Fragment einer Probeabformung einer Blattkachel mit dem Verkündigungsengel als Teil eines englischen Grußes, unglasiert, letztes Drittel 15. Jh., H. 19,5 cm, Br. 19,5 cm, Rastatt, Archäologisches Landesmuseum, Zentrales Funddepot, urspr. Esslingen, Pliensaustraße 9Die Bedeutung der figürlichen Darstellungen für die Interpretation des Esslinger Modelfundes läßt sich anhand eines Reliefs mit dem Verkündigungsengel zeigen. Die modelgepreßte Vorderseite zeigt in dem von Flechtbändern kreisförmig umschlossenen Innenfeld einen knienden Engel. Der Inhalt der Darstellung, zu der es schon aufgrund der Anordnung der Figur ein Gegenstück geben muß, wird beim Vergleich mit Kacheln aus Bern,13 Hallwil14 und Zürich15 deutlich. Man erkennt zwischen den Flechtbändern die Inschrift »ave maria gratia plena«, den englischen Gruß der Verkündigung. Eine Vorstellung vom Nutzungszeitraum gibt im Sinne eines terminus ante quem die zwischen 1489 und 1530 angelegte Aufschüttung der Berner Münsterplattform. Auf keiner der bislang bekannten Kacheln der zweiteiligen Serie fehlt der Schriftzug. Auf der Esslinger Ausformung wurde er bewußt in lederhartem Zustand entfernt.

Bei dem Esslinger Stück handelt es sich um keine Kachel, sondern um eine Probeabformung. Die Vorderseite der Probeabformung ist weder glasiert, noch graphitiert. Rückseitig fehlt eine Zarge. Der Probeabdruck mit fehlender Inschrift dokumentiert unter Umständen einen Zwischenschritt bei der Motivgestaltung.

Das als Medaillon gebildete Relief mit der Verkündigung ist ein erster Beleg für die Existenz dieser Dekorationsform in Württemberg. Obwohl etwa die Hälfte der für Esslingen verbürgten Motive in der Umgebung der ehemaligen Reichsstadt im Verbrauchermilieu nachgewiesen werden können, eröffnen andere Darstellungen aus der Werkstatt in der Pliensauerstraße 9-11 völlig neue Perspektiven bei der Interpretation der spätgotischen Ofenkeramik in Schwaben. Gerade die Konzeption und Herstellung besonders komplexer, figürlicher Reliefs, wie sie nun auch aus Esslingen bekannt ist, wurde bislang aufgrund ihres gehäuften Vorkommens am südlichen Oberrhein und in der deutschsprachigen Schweiz angesiedelt. Erst bei genauerem Hinsehen wird deutlich, daß die Konzentration in erster Linie dem Forschungsstand geschuldet sein dürfte. Erst allmählich erschließt sich durch Grabungen ein Verbrauchermilieu, das über Neufunde aus Kirchheim/Teck oder Rottweil vermuten lässt, dass Schwaben in der Nutzung solcher Motive der Schweiz, Ungarn oder dem Oberrhein in nichts nachgestanden haben dürfte. Dem Esslinger Modelfund zufolge dürften die Esslinger Bürger in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts direkten Zugang zu modernen und qualitätvollen Motiven besessen haben.

Fragment der Patrize einer Blattkachel mit feinteilig gearbeiteten Akanthusrosetten, unglasiert, letztes Drittel 15. Jh., H. 20,5 cm, Br. 20,5 cm, Rastatt, Archäologisches Landesmuseum, Zentrales Funddepot, urspr. Esslingen, Pliensaustraße 9Ein verhältnismäßig unscheinbares Stück erlaubt es, das Spektrum der in der Pliensaustraße verwendeten Formen erheblich zu erweitern. Das Fragment einer Patrize zeigt auf seiner Vorderseite ein aufgelegtes breitlappiges Blatt. Vergleichbare grün und gelb glasierte Ausformungen fanden sich bei Grabungen in der Allmendgasse im Osten der hochmittelalterlichen Kernstadt. Sie stammen aus einer um 1950 verlagerten Auffüllung des Stadtgrabens in unmittelbarer Nähe des Fundorts. Aus dem gleichen Kontext haben sich die Reste eines reduzierend gebrannten Models erhalten, mit dem man das entsprechende Dekor in großer Stückzahl herstellen konnte. Angeregt durch diese Übereinstimmungen ließen sich mehr als zehn Fragmente aus der Allmendgasse mit Modeln aus der Pliensaustraße in Übereinstimmung bringen. In der Zwischenzeit kann man davon ausgehen, daß man in der Pliensauvorstadt medaillonverzierte Blattkacheln mit tjostenden Rittern oder auch die am Oberrhein mehrfach nachgewiesene Kachel mit Wappenhalterin in der Art der Kupferstiche des Meisters E. S. gefertigt haben dürfte.

Ohne den Modelfund aus der Pliensauvorstadt wären die Fragmente aus der Allmendgasse eines von vielen Ungereimtheiten geblieben, die die Archäologie in den letzten Jahren in der Esslinger Innenstadt zu Tage förderte. Eventuell hätte man auch in diesem Zusammenhang an den mit Kacheln behängten Wanderhafner gedacht. Vor dem Hintergrund des Modelfundes verblaßt dieses Bild jedoch zusehends. Zumindest für Württemberg kann der weiße Fleck bei der Verbreitung spätgotischer Kacheln im Spannungsfeld von Ungarn und der Schweiz nun mehr als ausreichend gefüllt betrachtet werden.


Fragment des Models einer Blattkachel mit Rose in rundem Medaillon und breitlappigen Blättern
unglasiert, letztes Drittel 15. Jh., H. 24,0 cm, Br. 24,5 cm

Rastatt, Archäologisches Landesmuseum, Zentrales Funddepot, urspr. Esslingen, Pliensaustraße 9
Fragment des Models einer über Eck geführten  Blattkachel mit halbiertem Bildfeld mit versetzter Bossierung sowie einer Rose in rundem Medaillon
unglasiert, letztes Drittel 15. Jh., H. 23,5 cm, Br. 20,5 cm

Rastatt, Archäologisches Landesmuseum, Zentrales Funddepot, urspr. Esslingen, Pliensaustraße 9
Fragment des Models einer über Eck geführten Blattkachel mit halbiertem Bildfeld mit versetzter Bossierung (fehlt) sowie einer Rose in rundem Medaillon
unglasiert, letztes Drittel 15. Jh., H. 23,5 cm, Br. 9,5 cm

Rastatt, Archäologisches Landesmuseum, Zentrales Funddepot, urspr. Esslingen, Pliensaustraße 9
Fragment des Models einer Blattkachel mit Rose in perlbesetztem Medaillon Nürnberger Art
unglasiert, letztes Drittel 15. Jh., H. 16,5 cm, Br. 16,5 cm

Rastatt, Archäologisches Landesmuseum, Zentrales Funddepot, urspr. Esslingen, Pliensaustraße 9
Fragment des Models einerBlattkachel mit Blüte mit punktbuckelbesetztem Fruchstand
unglasiert, letztes Drittel 15. Jh., H. 10,0 cm, Br. 6,0 cm

Rastatt, Archäologisches Landesmuseum, Zentrales Funddepot, urspr. Esslingen, Pliensaustraße 9
Fragment des Models einer über Eck geführten  Blattkachel mit halbiertem Bildfeld mit versetzter Bossierung sowie mit feingliederigen Arkanthusrosetten
unglasiert, letztes Drittel 15. Jh., H. 22,0 cm, Br. 23,5 cm

Rastatt, Archäologisches Landesmuseum, Zentrales Funddepot, urspr. Esslingen, Pliensaustraße 9
Fragment des Models einer über Eck geführten  Blattkachel mit halbiertem Bildfeld mit versetzter Bossierung sowie ondulierenden Fischblasen
unglasiert, letztes Drittel 15. Jh., H. 22,0 cm, Br. 23,5 cm

Rastatt, Archäologisches Landesmuseum, Zentrales Funddepot, urspr. Esslingen, Pliensaustraße 9
Fragment des Models einer über Eck geführten Blattkachel mit halbiertem Bildfeld mit Astwerk sowie mit feingliederigem Rankenwerk
unglasiert, letztes Drittel 15. Jh., H. 21,0 cm, Br. 19,0 cm

Rastatt, Archäologisches Landesmuseum, Zentrales Funddepot, urspr. Esslingen, Pliensaustraße 9
Fragment des Models einer über Eck geführten Blattkachel mit halbiertem Bildfeld mit Astwerk (fehlt) sowie mit feingliederigem Rankenwerk
unglasiert, letztes Drittel 15. Jh., H. 25,0 cm, Br. 11,0 cm

Rastatt, Archäologisches Landesmuseum, Zentrales Funddepot, urspr. Esslingen, Pliensaustraße 9
Fragment des Models einer über Eck geführten  Blattkachel mit halbiertem Bildfeld mit versetzter Bossierung
unglasiert, letztes Drittel 15. Jh., H. 25,5 cm, Br. 10,0 cm

Rastatt, Archäologisches Landesmuseum, Zentrales Funddepot, urspr. Esslingen, Pliensaustraße 9
Fragment des Models einer über Eck geführten Blattkachel mit Bossierung
unglasiert, letztes Drittel 15. Jh., H. 210 cm, Br. 21,0 cm

Rastatt, Archäologisches Landesmuseum, Zentrales Funddepot, urspr. Esslingen, Pliensaustraße 9
Fragment des Models einer Blattkachel mit einziehendem Diamantschnitt mit Innenquader
unglasiert, letztes Drittel 15. Jh., H. 20,5 cm, Br. 20,5 cm

Rastatt, Archäologisches Landesmuseum, Zentrales Funddepot, urspr. Esslingen, Pliensaustraße 9
Fragment des Models einer über Eck geführten  Blattkachel mit halbiertem Bildfeld mit versetzter Bossierung (fehlt) sowie mit stark gelenktem Fruchtstand
unglasiert, letztes Drittel 15. Jh., H. 22,0 cm, Br. 11,0 cm

Rastatt, Archäologisches Landesmuseum, Zentrales Funddepot, urspr. Esslingen, Pliensaustraße 9
Fragment des Models einer Blattkachel mit Arkanthusrosette in glewichschenkligem Dreieck flankiert von Punktbuckeln
unglasiert, letztes Drittel 15. Jh., H. 19,5 cm, Br. 115 cm

Rastatt, Archäologisches Landesmuseum, Zentrales Funddepot, urspr. Esslingen, Pliensaustraße 9
Fragment des Models einer Blattkachel mit Tapetendekor mit fächerförmigem Blattbesatz
unglasiert, letztes Drittel 15. Jh., H. 23,0 cm, Br. 21,5 cm

Rastatt, Archäologisches Landesmuseum, Zentrales Funddepot, urspr. Esslingen, Pliensaustraße 9
Fragment des Models der Schmalseite einer über Eck geführten Blattkachel mit Tapetendekor mit fächerförmigem Blattbesatz
unglasiert, letztes Drittel 15. Jh., H. 22,5 cm, Br. 10,5 cm

Rastatt, Archäologisches Landesmuseum, Zentrales Funddepot, urspr. Esslingen, Pliensaustraße 9
Fragment des Models einer Blattkachel mit Arkade mit Maßen besetztem Halbbogen
unglasiert, letztes Drittel 15. Jh., H. 22,5 cm, Br. 18,0 cm

Rastatt, Archäologisches Landesmuseum, Zentrales Funddepot, urspr. Esslingen, Pliensaustraße 9
Fragment des Models einer  Blattkachel mit glattem einziehendem Innenfeld mit rautenförmigem Besatz
unglasiert, letztes Drittel 15. Jh., H. 12,0 cm, Br. 8,0 cm

Rastatt, Archäologisches Landesmuseum, Zentrales Funddepot, urspr. Esslingen, Pliensaustraße 9
Fragment des Models einer Blattkachel mit dem Halbbild eines Propheten
unglasiert, letztes Drittel 15. Jh., H. 23,5 cm, Br. 21,0 cm

Rastatt, Archäologisches Landesmuseum, Zentrales Funddepot, urspr. Esslingen, Pliensaustraße 9
Fragment des Models einer Blattkachel mit Schmerzensmann flankiert von Maria und Johannes
unglasiert, letztes Drittel 15. Jh., H. 23,5 cm, Br. 23,5 cm

Rastatt, Archäologisches Landesmuseum, Zentrales Funddepot, urspr. Esslingen, Pliensaustraße 9
Model einer über Eck geführten Blattkachel mit halbiertem Bildfeld der Serie der Verkündigung Typ Bosenstein: Verkündigungsengel
unglasiert, letztes Drittel 15. Jh., H. 25,5 cm, Br. 10,0 cm

Rastatt, Archäologisches Landesmuseum, Zentrales Funddepot, urspr. Esslingen, Pliensaustraße 9
Fragment des Models einer über Eck geführten  Blattkachel mit halbiertem Bildfeld mit versetzter Bossierung (fehlt) sowie mit keuleschwingendem Mann
unglasiert, letztes Drittel 15. Jh., H. 21,5 cm, Br. 10,5 cm

Rastatt, Archäologisches Landesmuseum, Zentrales Funddepot, urspr. Esslingen, Pliensaustraße 9
Fragment der Patrize einer Blattkachel mit rautenförmigem Maßwerk und Kreuzblumen
unglasiert, letztes Drittel 15. Jh., H. 21,0 cm, Br. 21,0 cm

Rastatt, Archäologisches Landesmuseum, Zentrales Funddepot, urspr. Esslingen, Pliensaustraße 9
Fragment der Patrize einer Blattkachel mit nasenbesetztem Kielbogen und Blüten
unglasiert, letztes Drittel 15. Jh., H. 21,0 cm, Br. 21,0 cm

Rastatt, Archäologisches Landesmuseum, Zentrales Funddepot, urspr. Esslingen, Pliensaustraße 9
Fragment der Patrize einer Blattkachel mit Rankenbündel
unglasiert, letztes Drittel 15. Jh., H. 14,0 cm, Br. 10,0 cm

Rastatt, Archäologisches Landesmuseum, Zentrales Funddepot, urspr. Esslingen, Pliensaustraße 9
Fragment der Patrize einer Blattkachel mit feinteilig gearbeiteten Akanthusrosetten
unglasiert, letztes Drittel 15. Jh., H. 20,5 cm, Br. 20,5 cm

Rastatt, Archäologisches Landesmuseum, Zentrales Funddepot, urspr. Esslingen, Pliensaustraße 9
Fragment einer Probeabformung einer Blattkachel mit dem Verkündigungsengel als Teil eines englischen Grußes
unglasiert, letztes Drittel 15. Jh., H. 19,5 cm, Br. 19,5 cm

Rastatt, Archäologisches Landesmuseum, Zentrales Funddepot, urspr. Esslingen, Pliensaustraße 9
Fragment einer Probeabformung einer Blattkachel mit Samson als Löwenbezinger
unglasiert, letztes Drittel 15. Jh., H. 21,0 cm, Br. 21,0 cm

Rastatt, Archäologisches Landesmuseum, Zentrales Funddepot, urspr. Esslingen, Pliensaustraße 9
Fragment einer Blattkachel mit der Büste von Alexander dem Großen
unglasiert, zweite Hälfte 16. Jh., H. 18,5 cm, Br. 12,5 cm

Rastatt, Archäologisches Landesmuseum, Zentrales Funddepot, urspr. Esslingen, Pliensaustraße 9

Weiterführende Literatur:

Zum Esslinger Modelfund:

Christoph Bizer, Burgruine Wielandstein. Auswertung und Dokumentation der Kleinfunde, in: Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege 5 (1981), S. 11–63.

Uwe Gross, Esslinger Funde – alt und neu, in: Hartmut Schäfer (Hg.), Geschichte, Archäologie und Bauforschung in Esslingen (Materialhefte zur Archäologie in Baden-Württemberg Bd. 64), Stuttgart 2001, S. 99–134.

Harald Rosmanitz, Esslingen als Zentrum spätgotischer Kachelproduktion, in: Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 1994 (1994), S. 295–299.

Zu spätgoischen Modelfunden:

Jörg Ansorge, Heiko Schäfer, Die Ausgrabungen im Stralsunder Johanniskloster in den Jahren 2006 und 2007 unter besonderer Berücksichtigung der spätgotischen und renaissancezeitlichen Ofenkacheln, in: Archäologische Berichte aus Mecklenburg-Vorpommern 16 (2009), S. 136–176.

Paraschiva Victoria Batariuc, Ateliere pentru producerea cahlelor în Moldova medievală. [Ateliers pour la production de carreaux céramiques dans la Moldavie médiévale], in: Studii şi Cercetări de Istorie Veche şi Arheologie 43 (1992), S. 207–224.

Werner Endres, Werkstattabfall von bayerischen Keramikherstellern. Eine noch immer unterschätzte, zu wenig untersuchte Quellengruppe? Ein Forschungsbericht, in: Bayerisches Jahrbuch für Volkskunde (2007), S. 33–40.

Stefan Gerlach, Brigitte Haas, Tilman Mittelstrass, Frank Müller, Irene Schmidt, Ein Töpferofen mit Abfallgrube des 14. Jahrhunderts in Würzburg, in: Bayerische Vorgeschichtsblätter 52 (1987), S. 133–230.

Gerald Volker Grimm, Brühler Ofenkacheln aus dem Mittelalter. Mit einem Beitrag zur Datierung und zur Entwicklung der Verkleidungen vom Typus Burg Tannenberg, in: Bonner Jahrbücher 209 (2009), S. 215–238.

Michael Herdick, Thomas Kühtreiber, Territorialherrschaft, Ökonomie und Umwelt. Überlegung zur adeligen Raumwahrnehmung und Ressourcennutzung in der frühen Neuzeit aus archäologischer Sicht, in: Barbara Scholkmann (Hg.), Zwischen Tradition und Wandel. Archäologie des 15. und 16. Jahrhunderts (Tübinger Forschungen zur historischen Archäologie Bd. 3), Büchenbach 2009, S. 521–532.

Martin Hložek, Irena Loskotová, Zdroje keramických surovin brněnské kachlové produkce 15. století. [Die Keramikrohstoffquellen der Brünner Kachelproduktion des 15. Jahrhunderts], in: Archaeologia historica 39/1 (2014), S. 139–153.

Martin Hložek, Hana Jordánková, Irena Loskotová, The provenance of raw materials for the manufacture of a knight stove from Petrov, Brno, in: Archaeologia historica 43 (2018), S. 491–509.

Alban Horry, Une production inédite de carreaux de poêles en Dauphiné. L’atelier d’Aoste (2007).

Alban Horry, Deux ateliers de potiers en Dauphiné au bas Moyen Âge. Les productios d´Aoste. [Zwei Töpfereien in der Dauphiné im Spätmittelalter. Die Werkstätten von Aoste (Isère)], in: Archéologie médiévale 43 (2013), S. 77–116.

Erwin Kern, Le four de potier médiéval du quartier Saint-Pierre-le-Vieux à Strasbourg. [Die Produktion der Töpferwerkstatt von Saint-Pierre-le-Vieux], in: Bernadette Schnitzler (Hg.), Vivre au Moyen âge. 30 ans d’archéologie médiévale en Alsace, Strasbourg 1990, S. 123–125.

Friederike Lemp, Die Hafnerei der Harderstraße in Ingolstadt. Eine spätmittelalterliche Werkstatt für gehobene Keramik, in: Bericht der Bayerischen Bodendenkmalpflege 49 (2008), S. 423–425.

Friederike Lemp, Ein Töpfer Herzog Ludwig des Bärtigen? Teil 2: Die spätmittelalterlichen Funde aus den Töpferöfen der Harderstraße, in: Sammelblatt des Historischen Vereins Ingolstadt (2008), S. 66–204.

Stefanie Müller, Kachelfunde aus dem Abwurf einer Töpferei in der Dresdner Frauenvorstadt. Analyse der Herstellungsweise von Ofenkeramik des 15./16. Jahrhunderts, Halle (Saale) 2014.

Stefanie Müller, Spätgotische Kachelproduktion in Dresden. Analyse der Herstellungsweise von spätgotischen Ofenkacheln aus einem Töpfereiabwurf aus der Dresdner Frauenvorstadt, in: Jitka Šrejberová (Hg.), Kachle a kachlová kamna. [Ofenkacheln und Kachelöfen], Ústí nad Labem 2018, S. 71–82.

Peter Prüssing, Mittelalterliche und frühneuzeitliche Ofenkacheln aus Dieburg. Ein Beitrag zur Geschichte des Kachelofens, in: Beiträge zur Erforschung des Odenwaldes und seiner Randlandschaften 8 (2013), S. 241–300.

Cornelia Stäheli, Kacheln, Model und Modelle. Ofenkeramische Abfälle das 15./16. Jahrhunderts aus Diessenhofen TG, in: Zeitschrift für Schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte 58 (2001), S. 333–356.

Markéta Tymonová, Šíření kachlových motivů ve světle surovinových analýz. [Verbreitung der Kachelmotive im Licht der Rohstoffanalysen], in: Jitka Šrejberová (Hg.), Kachle a kachlová kamna. [Ofenkacheln und Kachelöfen], Ústí nad Labem 2018, S. 122–136.

Bernhard Vedral, Beobachtungen zur mittelalterlichen Stadttopographie in Neuenburg am Rhein, in: Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 1992 (1992), S. 355–360.

Claus Vetterling, Dem Humanismus verpflichtet: Kunsthafnerei in Ingolstadt/Oberbayern., in: Das Archäologische Jahr in Bayern (2005), S. 140–143.

Claus Vetterling, Handwerk und Kunst in der Konviktstraße in Ingolstadt. Grabungsbefund – Kunsthandwerk, in: Bericht der Bayerischen Bodendenkmalpflege 49 (2008), S. 409–421.


Harald Rosmanitz, Partenstein 2020


  1. Stefanie Müller, Kachelfunde aus dem Abwurf einer Töpferei in der Dresdner Frauenvorstadt. Analyse der Herstellungsweise von Ofenkeramik des 15./16. Jahrhunderts, Halle (Saale) 2014; Stefanie Müller, Spätgotische Kachelproduktion in Dresden. Analyse der Herstellungsweise von spätgotischen Ofenkacheln aus einem Töpfereiabwurf aus der Dresdner Frauenvorstadt, in: Jitka Šrejberová (Hg.), Kachle a kachlová kamna. [Ofenkacheln und Kachelöfen], Ústí nad Labem 2018, S. 71–82
  2. Friederike Lemp, Ein Töpfer Herzog Ludwig des Bärtigen? Teil 1: Die spätmittelalterlichen Töpferöfen aus der Harderstrasse, in: Sammelblatt des Historischen Vereins Ingolstadt (2007), S. 29–84; Friederike Lemp, Die Hafnerei der Harderstraße in Ingolstadt. Eine spätmittelalterliche Werkstatt für gehobene Keramik, in: Bericht der Bayerischen Bodendenkmalpflege 49 (2008), S. 423–425; Friederike Lemp, Ein Töpfer Herzog Ludwig des Bärtigen? Teil 2: Die spätmittelalterlichen Funde aus den Töpferöfen der Harderstraße, in: Sammelblatt des Historischen Vereins Ingolstadt (2008), S. 66–204; Claus Vetterling, Dem Humanismus verpflichtet: Kunsthafnerei in Ingolstadt/Oberbayern., in: Das Archäologische Jahr in Bayern (2005), S. 140–143; Claus Vetterling, Handwerk und Kunst in der Konviktstraße in Ingolstadt. Grabungsbefund – Kunsthandwerk, in: Bericht der Bayerischen Bodendenkmalpflege 49 (2008), S. 409–421
  3. Zit. Judit Tamási, Verwandte Typen im schweizerischen und ungarischen Kachelfundmaterial in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Vergleichsuntersuchungen zu den Werkstattbeziehungen zwischen dem oberrheinischen Raum und Ungarn, VIII, (Müvészettörténet-Müemlékvédelem) Budapest 1995
  4. Siehe dazu auch Heinz-Peter Mielke, Über den Handel von Kacheln und ihren Formen in Niederhessen über Sachsen und Böhmen an die Ostsee sowie auf der Nordachse, in: Jitka Šrejberová (Hg.), Kachle a kachlová kamna. [Ofenkacheln und Kachelöfen], Ústí nad Labem 2018, S. 99–121
  5. Julia Hallenkamp-Lumpe, Studien zur Ofenkeramik des 12. bis 17. Jahrhunderts anhand von Bodenfunden aus Westfalen-Lippe, Bd. 42, (Denkmalpflege und Forschung in Westfalen) Mainz 2006; Jean-Paul Minne, La céramique de poêle de l’Alsace médiévale, Strasbourg 1977
  6. Egon Schallmayer, Grabungen in Ettlingen, Landkreis Karlsruhe – Neue Aufschlüsse zur Römerzeit und zum Mittelalter in der Altstadt, in: Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 1993 (1993), S. 175–181
  7. Bernhard Vedral, Beobachtungen zur mittelalterlichen Stadttopographie in Neuenburg am Rhein, in: Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 1992 (1992), S. 355–360
  8. Hartmut Schäfer (Hg.), Geschichte, Archäologie und Bauforschung in Esslingen (Materialhefte zur Archäologie in Baden-Württemberg Bd. 64), Stuttgart 2001, S. 79-92
  9. Christa Svoboda, Alt-Salzburger Hafnerkunst. Model und Kacheln des 16. bis 18. Jahrhunderts aus der Strobl-Werkstatt, Salzburg 1981, S. 10-31
  10. Christoph Bizer, Burgruine Wielandstein. Auswertung und Dokumentation der Kleinfunde, in: Burgen und Schlösser. Zeitschrift für Burgenforschung und Denkmalpflege 5 (1981), S. 11–63, S. 60, Abb. 24, Kat.-Nr. hf 43
  11. Ingolstadt, Stadtmuseum, urspr. Ingolstadt, Konviktstraße, Fd.-Nr. 006800/016
  12. Saverne, Centre des Recherches Archéologiques Médevales de Saverne
  13. Eva Roth Kaufmann, René Buschor, Daniel Gutscher, Spätmittelalterliche reliefierte Ofenkeramik in Bern. Herstellung und Motive, (Schriftenreihe der Erziehungsdirektion des Kantons Bern) Bern 1994, S. 127, Kat.-Nr. 68-70
  14. Nils Lithberg, Schloss Hallwil. III.1 Die Fundgegenstände, 3, 1.2, (Hallwil, Schloss) Stockholm 1932, Taf. 171c
  15. Rudolf Schnyder, Mittelalterliche Ofenkeramik. Bd. 2: Der Züricher Bestand in den Sammlungen des Schweizerischen Nationalmuseums, Zürich 2011, S. 295-297, Kat.-Nr.235-236